Piloten streiken erneut

Der Pilotenstreik bei der Lufthansa wurde ausgeweitet - am Dienstag kamen Langstrecken- und Frachtflüge hinzu. Diese sollen am Donnerstag abermals bestreikt werden. Bild: dpa

Die Lufthansa lässt sich von ihren streikenden Piloten nicht vom Kurs abbringen. Obwohl erneut hunderte Flüge ausfielen, berät heute der Aufsichtsrat das neue Billigkonzept. Für Donnerstag ruft Cockpit wieder zum Ausstand auf.

Kurz vor Ablauf des jüngsten Streiks bei der Lufthansa hat die Pilotenvereinigung Cockpit am Dienstagabend zu einem erneuten Ausstand aufgerufen. Betroffen seien am Donnerstag Flüge auf der Langstrecke sowie Cargoflüge, teilte die Gewerkschaft mit. Kurzstrecken- und Deutschlandflüge seien nicht betroffen.

Weiter auf Umbau-Kurs

Die Lufthansa hielt zuvor auch angesichts des ausgeweiteten Pilotenstreiks an ihren Umbauplänen fest. Obwohl erneut hunderte Flüge vor allem an den Drehkreuzen Frankfurt und München streikbedingt ausfielen, wird der Aufsichtsrat des Dax-Konzerns heute über das Konzept einer starken Billigflugsparte beraten, um Unternehmen wie Ryanair um ihren extravaganten Chef Michael O'Leary Konkurrenz zu machen.

Nach den bislang bekannten Plänen will Lufthansa-Chef Carsten Spohr eine neue Gesellschaft für billige Langstreckenflüge sowie eine Stärkung der bisherigen Marken Germanwings und Eurowings durchsetzen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte am Dienstag ihren Kurzstrecken-Streik vom Vortag auf alle Lufthansa-Verbindungen inklusive der Fernflüge ausgeweitet. Der auf 36 Stunden angesetzte Ausstand sollte bis Mitternacht dauern. Die Frachtsparte Lufthansa Cargo reagierte mit Flugverlegungen, komplett absagen musste sie nach Firmenangaben keinen Frachtflug. Auch der erste Flug der neuen Passagier-Verbindung von München nach Miami startete planmäßig.

Lufthansa hat wegen der mittlerweile neunten Streikwelle nach eigenen Angaben von Montag bis Mittwoch knapp 1400 Flüge gestrichen. Betroffen seien rund 150 000 Passagiere. Den Schaden nach acht Streikrunden hatte Lufthansa auf 170 Millionen Euro beziffert. Flüge der Lufthansa-Tochter Germanwings sowie der Konzerngesellschaften Swiss, AUA und Brussels Airlines waren nicht betroffen.

Tarif für "Wings"-Piloten

In der seit Monaten andauernden Tarifauseinandersetzung geht es unter anderem um die Übergangsrenten der 5400 Piloten von Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo. Hinter den Kulissen schwelt zusätzlich ein erbitterter Streit um den künftigen Kurs des Konzerns. Die Piloten der neuen "Wings"-Familie sollen nicht nach den bislang gültigen Konzerntarifen bezahlt werden.

Die Verhandlungen zwischen der VC und der Fluggesellschaft waren am Samstag erneut gescheitert. Die Gewerkschaft ließ offen, ob vor Weihnachten erneut gestreikt werde soll. Ausgeschlossen sei dies nur für die Weihnachtsfeiertage vom 24. bis 26. Dezember. (Angemerkt)
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