Plötzlich ganz oben: Berthold Huber
Im Porträt

Wolfsburg/Hannover.(dpa) Damit dürfte Berthold Huber kaum gerechnet haben vor zwei Wochen - dass er seit Samstag kommissarischer Aufsichtsratschef von Volkswagen ist. Der 65-Jährige ist damit kurzzeitig Nachfolger des zurückgetretenen langjährigen Chefaufsehers Ferdinand Piëch. Huber soll auf jeden Fall die Hauptversammlung von VW am 5. Mai leiten. Bis wann dann ein richtiger Nachfolger Piëchs gefunden wird, ist offen.

Bereits während des zweiwöchigen Machtkampfs bei VW spielte der Schwabe eine wichtige Rolle. Der frühere IG Metall-Chef ist Mitglied des sechsköpfigen Aufsichtsratspräsidiums, des innersten Machtzirkels bei dem Autobauer. Huber sitzt seit 2010 im VW-Aufsichtsrat, bis zum Knall am Wochenende war er der Stellvertreter Piëchs.

Nach einer bereits langen gewerkschaftlichen Karriere kam Huber 2007 an die Spitze der größten und mächtigsten deutschen Gewerkschaft, der IG Metall. Er blieb es bis 2013. An der Gewerkschaftsspitze machte er alle Höhen und Tiefen mit und profilierte sich dabei als Krisen-Manager: Von einem Boom der exportstarken Metall- und Elektrobranche ging es direkt in die von der Lehman-Pleite ausgelöste Weltwirtschaftskrise.

Der Sozialdemokrat Huber war gefragter Ratgeber in der Opel-Krise, in Kanzlerrunden oder bei der Krise von wichtigen Unternehmen wie Continental und Schaeffler. Schwierige Tarifrunden löste er gemeinsam mit seinem langjährigen Tarifpartner von den Arbeitgebern, Martin Kannegiesser.
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