Porsche bleibt Gewinnbringer für VW
Sportliches Ergebnis

Seit 1. Oktober 2015 ist Oliver Blume Porsche-Chef. Bild: dpa

Im VW-Konzern ist Porsche eine Ertragsperle, auch 2015 wurde ein satter Gewinn eingefahren. Ein Großteil davon geht gen Wolfsburg. Könnte künftig mehr abfließen, falls die Mutter Volkswagen größere Belastungen aus dem Abgas-Skandal stemmen muss?

Stuttgart. Nach dem erfolgreichsten Jahr seiner Geschichte dämpft der Sport- und Geländewagenbauer Porsche die Erwartungen für 2016. Zurückhaltung sei angebracht, etwa wegen hoher Kosten für die Entwicklung des geplanten Elektro-Porsches und schlechterer Rahmenbedingungen in China, sagte Finanzvorstand Lutz Meschke am Freitag in Stuttgart. Der Umsatz wird nach seiner Einschätzung nur leicht steigen. Nach fünf Rekordjahren in Folge kündigt sich damit eine Verschnaufpause beim bisher rasanten Wachstum an. Seit 2010 hat sich die Zahl der Mitarbeiter auf 24 500 nahezu verdoppelt.

Porsche hat ein sehr gutes Jahr 2015 hinter sich, um je ein Viertel stiegen der Umsatz (auf 21,5 Milliarden Euro) und das operative Ergebnis (3,4 Milliarden Euro). 225 000 Fahrzeuge wurden ausgeliefert, ein Plus von knapp 19 Prozent. Ein Großteil des Nachsteuer-Gewinns von 2,3 Milliarden Euro fließt ab, und zwar 1,9 Milliarden Euro. Davon landen 1,7 Milliarden Euro in Wolfsburg. 2014 waren es etwa 700 Millionen Euro weniger. Meschke widersprach der Annahme, Volkswagen könnte wegen des Abgas-Skandals künftig tiefer bei Porsche in die Kasse greifen. Es gebe keine Bestrebungen, den bestehenden Vertrag zur Ergebnisabführung zu ändern. Porsche ist bisher kaum vom Diesel-Skandal betroffen, nur rund 13 000 Exemplare des Geländewagen-Modells Cayenne in den USA enthalten bisherigen Erkenntnissen zufolge die Betrugssoftware. Der Motor für Porsches Dieselwagen kommt von Audi.

Von seiner Lastwagen-Tochter MAN kann der VW-Konzern hingegen kaum finanzielle Unterstützung erwarten. Der Konjunktureinbruch in Brasilien und der Unternehmensumbau hat laut Mitteilung vom Freitag den Gewinn der Münchener im vergangenen Jahr um 45 Prozent auf 140 Millionen Euro einbrechen lassen. Der Umsatz schrumpfte um vier Prozent auf 13,7 Milliarden Euro. Auch im laufenden Jahr erwartet MAN noch keine spürbare Erholung im Lkw-Geschäft. Der Auftragseingang - ein Indikator für das künftige Geschäft - fiel im vergangenen Jahr um sechs Prozent.

Jetzt geht's ans letzte HemdVW überlegt bei seinem Sparkurs offensichtlich, den Bandarbeitern Teile ihrer Arbeitskluft zu streichen. "Bei Volkswagen gibt es allen Ernstes Bestrebungen, die T-Shirts als Teil der Arbeitskleidung abzuschaffen", hatte Bernd Osterloh, der Vorsitzende des Betriebsrats, bei der Mitarbeiterversammlung am Dienstag i gesagt. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Unternehmenskreisen erfuhr, verliefen Gespräche zum T-Shirt-Sparen bislang ergebnislos. Ein Gespräch am Mittwoch wurde vertagt.

Teilnehmer der Betriebsversammlung bestätigten, dass Osterloh das Thema T-Shirts tatsächlich zu Sprache brachte. Fassungslos sagte er demnach: "Volkswagen könnte Milliarden sparen, wenn die richtigen Hebel bewegt und die Prozesse eingehalten werden. Aber dass unsere Kolleginnen und Kollegen unter ihren Latzhosen künftig mit freiem Oberkörper arbeiten sollen - das machen wir nicht mit."

Wie hoch die Verhandlungen zu den T-Shirts hängen und ob der Vorstoß womöglich eine Einzelmeinung darstellt oder tatsächlich offiziell vom Management als Sparvorschlag abgesegnet ist, ließ sich am Freitag nicht klären. (dpa)
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