Post und Verdi zurück am Verhandlungstisch

Zahlreiche Post-Beschäftigte zogen am Montag in München zur CSU-Zentrale. Dort überreichten sie eine Resolution, in der sie den Sonntagseinsatz von Aushilfskräften im Streik bei der Post kritisierten. Bild: dpa

Drei Wochen Streik liegen hinter den Kontrahenten. Jetzt wollen Post und die Gewerkschaft Verdi wieder verhandeln. Etliche Briefe und Pakete bleiben aber auch weiterhin liegen.

Im Tarifkonflikt bei der Post kehren die Parteien an den Verhandlungstisch zurück. Das teilten die Gewerkschaft Verdi und die Post am Montag mit. Die Verhandlungen sollen am Freitag, 3. Juli, stattfinden.

In dem Tarifkonflikt geht es um die Ausgliederung von rund 6000 Beschäftigten in der Paketzustellung in Gesellschaften mit schlechterer Bezahlung. Verdi sieht das als Tarifbruch. Laut Post ist die neue Tarifstruktur nötig, um den Unterschied zur deutlich geringeren Bezahlung der Konkurrenz zu verkleinern. Die Post begrüßte den Verdi-Vorstoß. Es sei ein positives Zeichen, dass Verdi ohne Vorbedingungen verhandeln wolle, sagte die Post-Personalchefin Melanie Kreis. Als Zeichen des guten Willens sollten nun alle Streikaktionen ruhen. Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis sagte, die Streiks würden bis zu einer Einigung fortgesetzt. Mit dem Arbeitskampf will die Gewerkschaft erreichen, dass die neuen regionalen Gesellschaften mit geringerer Bezahlung im Paketgeschäft wieder in den regulären Haustarif aufgenommen werden. Der Konflikt wird mit Schärfe ausgetragen, auch vor Gericht. So hatte die Gewerkschaft etwa gegen den Einsatz von Post-Beamten auf bestreikten Arbeitsplätzen geklagt, damit aber eine Niederlage kassiert.

Zusätzlich angeheizt wurde der Konflikt durch die Entscheidung der Post, liegengebliebene Briefe und Pakete in einigen Regionen am Sonntag auszutragen. Die Senatsverwaltung für Arbeit in Berlin kündigte am Montag an, nach Beschwerden gegen die Sonntagszustellung vorzugehen.
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