Potenzialanalyse: ÖAR Regionalberatung untersucht Bereich Pilsen und Oberpfalz
Keine Grenzen für Wissenschaft

Bei den Marienbader Gesprächen werden jedes Jahr die Themen besprochen, die bei der Untersuchung "Potenzialanalyse Fachkräftesicherung" vertieft behandelt wurden. Bild: sbü
(sbü) Nägel mit Köpfen: Zum ersten Mal wurden der Bezirk Pilsen und die Oberpfalz als Gesamtraum wissenschaftlich untersucht. "Potenzialanalyse Fachkräftesicherung" nennt sich der Bericht, den die ÖAR Regionalberatung 2014 im Auftrag des Vereins Regionalmarketing Oberpfalz erstellt hat.

Dass die Oberpfalz und ihr tschechisches Nachbargebiet historisch viele Verbindungen haben, teilweise sogar als einheitlicher Raum dargestellt werden können, steht schon in den Geschichtsbüchern. Deshalb war es naheliegend, dass dieser Bereich auch wirtschaftsgeografisch untersucht wird.

Unterschiedliche Daten

Der Verein Regionalmarketing Oberpfalz hat die Studie in Auftrag gegeben. Vor allem den Themen Demografie und Fachkräftesicherung widmete sich die Untersuchung intensiv. Allerdings standen die Wissenschaftler vor dem Problem, dass das Datenmaterial der jeweiligen Grenzregionen zum Teil sehr unterschiedlich ist. Gemeinsam haben die Regionen,:

dass in den nächsten 15 Jahren fast jeder vierte Erwerbstätige aus dem Erwerbsleben ausscheidet.

dass die Jüngeren abwandern.

dass die Arbeitslosenquote im jeweiligen Landesdurchschnitt sehr niedrig ist.

Denjenigen, die auf tschechischer Seite Arbeitskräftereserven für den deutschen Arbeitsmarkt vermuten, wird eindeutig widersprochen.

Bezirke unterscheiden sich

Allerdings zeigt die Analyse des Datenmaterials auch die nach wie vor bestehenden großen Unterschiede sehr deutlich. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner beträgt im Bezirk Pilsen noch immer nur ein Drittel des Oberpfälzer. Und als durchschnittlicher monatlicher Bruttoverdienst 2013 werden für den Bezirk Pilsen 928 Euro, für Bayern insgesamt im Durchschnitt 3598 Euro angeführt.

Beim Thema Demografie schneidet Pilsen besser ab als die Oberpfalz. Zwischen den Jahren 2006 und 2013 wuchs die Einwohnerzahl im Bezirk Pilsen um 3,8 Prozent, während sie in der Oberpfalz bei großen regionalen Unterschieden ein kleines Minus von 0,5 Prozent aufweist.

Auch die Bevölkerungsprognosen für 2030/32 sind bei Pilsen mit plus 0,4 Prozent noch immer im positiven Bereich. In der Oberpfalz liegt die Prognose bei minus 1,7 Prozent. Bei allen Vergleichen ist zu berücksichtigen, dass die Einwohnerzahl der Oberpfalz mit rund 1,1 Millionen im Jahr 2013 ungefähr doppelt so hoch war, wie die des Bezirks Pilsen mit 551 000.

Auf der Grundlage ihres Datenmaterials schlagen die Wissenschaftler drei Bereiche für gemeinsame Initiativen der Bezirke Oberpfalz und Pilsen vor:

Marketing und Kommunikation

Bildung und Qualifizierung

Vernetzung.

Als Beispiele nennen sie unter anderem "grenzüberschreitendes personalorientiertes Regionalmarketing für den Gesamtraum", "Deutsch als Chance am Arbeitsmarkt, aber auch Tschechisch im Sinne eines interkulturellen und gleichgewichtigen Dialogs".

Beim Themenfeld Vernetzung stellen sie fest, dass die bestehenden vielfältigen Kooperationen weiter ausgebaut werden sollten. Ein Abschlussworkshop über die Potenzialanalyse ist für April diesen Jahres in Chodová Planá geplant.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.menschimmittelpunkt.eu
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