Präsidium des VW-Aufsichtsrats spricht sich für weitere Amtszeit als Konzernchef aus
Winterkorn soll länger bleiben

Martin Winterkorn (68) ist seit 1. Januar 2007 Vorstandsvorsitzender von VW. Seit mehreren Jahren ist der gebürtige Schwabe der bestbezahlte Chef eines Dax-Unternehmens. Archivbild: dpa
Nach dem Machtkampf an der Spitze von Europas größtem Autobauer Volkswagen steht Martin Winterkorn vor einer weiteren Amtszeit als Konzernchef. Das Aufsichtsratspräsidium sprach sich für eine Vertragsverlängerung mit Winterkorn bis Ende 2018 aus, wie VW am Mittwoch in Wolfsburg mitteilte. "Wir werden mit Professor Martin Winterkorn an der Spitze den Erfolgsweg der vergangenen Jahre weitergehen und die Ziele der Strategie 2018 konsequent umsetzen", wurde der derzeitige Aufsichtsratschef Berthold Huber zitiert.

Zustimmung gilt als sicher

Nach einer Empfehlung des Präsidiums gilt die Zustimmung des Aufsichtsrates am 25. September als so gut wie sicher. Der innerste Führungszirkel habe sich einstimmig für ein entsprechendes Angebot an Winterkorn ausgesprochen, hieß es. Der Kontrakt des bestbezahlten Dax-Managers sollte nach bisherigem Stand Ende 2016 auslaufen. Der 68 Jahre alte Manager war zuletzt beim einstigen VW-Patriarchen Ferdinand Piëch in Ungnade gefallen. "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn", war der damalige Chefaufseher im April vom "Spiegel" zitiert worden. Insidern zufolge soll Piëch Winterkorns Ablösung betrieben haben. Doch Winterkorn entschied den Machtkampf am Ende für sich, Piëch und seine Frau Ursula legten ihre Mandate im Aufsichtsrat nieder. Winterkorn nahm anschließend einen großangelegten Konzernumbau in Angriff. Unter anderen sollen die einzelnen Marken und Regionen in der Volkswagen-Gruppe mehr Verantwortung bekommen. Die Vertragsverlängerung für Winterkorn markiert den vorläufigen Schlusspunkt der Auseinandersetzung zwischen den beiden VW-Größen. Doch Ruhe dürfte im Wolfsburger Konzern damit noch nicht einkehren. Ex-IG-Metall-Chef Huber steht dem Aufsichtsrat nur kommissarisch vor. Die Suche nach einem neuen Aufsichtsratschef läuft weiter.

Schwierige Zeiten

Gemeinsam mit dem künftigen Chefkontrolleur wird Winterkorn den Konzern durch schwierige Zeiten steuern müssen. Der wichtige Absatzmarkt China schwächelt seit mehreren Monaten. In den USA, wo die VW-Verkäufe zuletzt wieder in Fahrt gekommen waren, hatte der Konzern am Dienstag erneut ein Absatzminus verkünden müssen. Volkswagens Schwäche in den USA war dem Vernehmen nach einer von Piëchs Kritikpunkten an Winterkorn.
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