Preiskampf in der Frachtschifffahrt
Weitere Fusion bei Hapag-Lloyd

"Die Transaktion mit UASC ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte von Hapag-Lloyd", sagte der Chef, der Reederei, Rolf Habben Jansen, am Montag. Allerdings kündigte er zugleich sinkende Ergebnisse an. Archivbild: dpa

Nach monatelangen Verhandlungen ist die Fusion zwischen Hapag-Lloyd und der arabischen Reederei UASC unter Dach und Fach. Katar und Saudi-Arabien werden damit zu Ankeraktionären der führenden deutschen Containerreederei.

Hamburg. Unter dem Druck der Schifffahrtskrise ist die Reederei Hapag-Lloyd ihre zweite Fusion mit einem ausländischen Konkurrenten eingegangen. Bis zum Ende des Jahres soll der Zusammenschluss mit der arabischen Reederei United Arab Shipping Company (UASC) vollzogen sein, teilten die beiden Unternehmen in Hamburg mit. Eine entsprechende Vereinbarung sei am Montag unterzeichnet worden.

Insgesamt 237 Schiffe


Das neue Unternehmen wird 237 Schiffe mit einer Transportkapazität von rund 1,6 Millionen Standardcontainern (TEU) betreiben und einen Umsatz von rund zwölf Milliarden Dollar erreichen. Damit wäre Hapag-Lloyd die fünftgrößte Linienreederei der Welt. Zur Flotte zählen auch fünf besonders große Containerfrachter mit einer Kapazität von 18 800 TEU, die zu den effizientesten Schiffen weltweit gehören sowie elf Schiffe mit einer Kapazität von 15 000 TEU. Hapag-Lloyd hatte erst im vergangenen Jahr die Fusion mit dem Containerbereich der chilenischen Reederei CSAV abgeschlossen.

"Die Transaktion mit UASC ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte von Hapag-Lloyd", sagte Vorstandschef Rolf Habben Jansen. "Dieser strategische Zusammenschluss macht für beide Partner absolut Sinn." Die wachsende globale Präsenz und die junge und hocheffiziente Flotte von UASC kämen zusammen mit der breiten Marktabdeckung und der starken Kundenbasis von Hapag-Lloyd.

Hapag-Lloyd wird auch der größte Partner in der Schifffahrtsallianz "THE Alliance", die ihren Betrieb im April 2017 aufnehmen soll. Weitere Partner sind fünf asiatische Reedereien. In Allianzen koordinieren Unternehmen - ähnlich wie in der Luftfahrt - den Einsatz ihrer Schiffe sowie ihre Fahrpläne. Das bisherige System der Allianzen war nach mehreren Fusionen und Übernahmen in der Schifffahrtsbranche auseinandergebrochen.

Kapitalerhöhung


Seit mehr als acht Jahren kämpfen die Reedereien mit Überkapazitäten und fahren zum Teil hohe Verluste ein. Auch Hapag-Lloyd kündigte am Montag sinkende Ergebnisse an, nachdem Habben Jansen zuvor noch von steigenden Gewinnen ausgegangen war. Mit der Fusion ändern sich auch die Besitzverhältnisse an Hapag-Lloyd. Die Investmentgesellschaften des Emirats Katar und Saudi-Arabiens werden mit 14 und zehn Prozent der Aktien neue Kerngesellschafter der Hamburger Reederei. Sie haben sich mit den Aktionären CSAV, der Beteiligungsgesellschaft der Stadt Hamburg und dem Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne darauf verständigt, das Kapital von Hapag-Lloyd um rund 400 Millionen Euro zu erhöhen. Die Aktionäre des Hamburger Unternehmens müssen auf ihrer Hauptversammlung der Kapitalerhöhung noch zustimmen. Auch Genehmigungen verschiedener Kartellbehörden sowie die Kreditzusagen der Banken stehen noch aus.

Hapag-Lloyd und die United Arab Shipping CompanyDie 1847 gegründete Linienreederei Hapag-Lloyd transportiert mit 175 Containerschiffen Waren um die Welt. Rund 7,4 Millionen Standardcontainer (TEU) jährlich werden von den rund 9400 Mitarbeitern nach Unternehmensangaben auf Reisen gebracht. Wegen des Preiskampfs in der Branche war das erste Quartal 2016 mit roten Zahlen von fast 43 Millionen Euro versehen - nach einem Gewinn von 128 Millionen ein Jahr zuvor. Der Umsatz lag im Auftaktquartal bei 1,9 Milliarden Euro. Im Gegensatz zu Hapag-Lloyd ist die 1976 gegründete United Arab Shipping Company (UASC) ein junges Unternehmen. Sie betreibt nach eigenen Angaben mehr als 50 Containerschiffe und sieht sich als größter Anbieter im Nahen Osten. UASC unterhält nach eigenen Angaben weltweit 185 Büros und bedient 275 Häfen. Durch die Fusion bekommt Hapag-Lloyd Zugriff auf die Größenklasse der Containerriesen mit 19 000 TEU. (dpa)
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