Preisunterschiede für Immobilien in Bayern immer größer
Teure Städte, preiswertes Land

München. Die Preisschere für Immobilien geht zwischen den Ballungsräumen und den ländlichen Regionen Bayerns immer weiter auseinander. "Für den Preis eines Einfamilienhauses in München kann man in einigen Gegenden Oberfrankens oder der Oberpfalz fünf Häuser kaufen", erklärte der Geschäftsführer der Sparkassen-Immo, Paul Fraunholz, auf der LBS-Jahrespressekonferenz zum Wohnimmobilienmarkt im Freistaat. Für Normalverdiener sei ein frei stehendes Haus mit ein bisschen Grün in der Landeshauptstadt "nicht mehr finanzierbar". Die Kosten dafür bewegten sich im Bereich von rund einer Million Euro bei steigender Tendenz. In ländlichen Regionen seien vergleichbare Häuser zum Teil für unter 200 000 Euro zu haben.

Laut Fraunholz sind 2015 die Preise für Wohnimmobilien erneut deutlich gestiegen. Hauptgrund seien die niedrigen Zinsen, die zum einen eine kostengünstige Finanzierung ermöglichten und zum anderen immer mehr Anleger auf Immobilien setzen lasse. Im bayernweiten Durchschnitt erhöhte sich demnach der Preis für eine Eigentumswohnung um 8 und für gebrauchte Häuser sogar um 11 Prozent. Insgesamt wuchsen die Immobilienumsätze im Freistaat um 10,2 Prozent auf fast 45 Milliarden Euro. Mit 12,1 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro wies die Oberpfalz eine Steigerungsrate über dem Landesdurchschnitt auf. Dabei gab es innerhalb des Bezirks aber eine große Spreizung. Spitzenreiter mit plus 73 Prozent war der Landkreis Cham, Schlusslicht mit einem Minus von 3,9 Prozent die Stadt Weiden. Dazwischen lagen die Kreise Amberg-Sulzbach (plus 22,6 Prozent), Schwandorf (plus 21,9 Prozent), Neustadt/WN (plus 8 Prozent), und Tirschenreuth (plus 6,2 Prozent). Der oberpfalzweit stärkste Immobilienmarkt Regensburg, auf dem fast die Hälfte aller Umsätze des Bezirks getätigt wurden, wuchs um 7,9 Prozent. Dort waren die Immobilien im Durchschnitt auch am teuersten. Günstigste Region war der Landkreis Tirschenreuth. Das billigste Bauland war im Landkreis Neustadt/WN zu haben, wo der Quadratmeter in einfachen Lagen 20 Euro kostete. In den Toplagen Ambergs und Weidens mussten zwischen 250 und 300 Euro bezahlt werden, in Regensburg bis 1600 Euro. Auch bei den Grundstückspreisen war München aber das teuerste Pflaster. Hier wurden Quadratmeterpreise bis zu 2700 Euro gezahlt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.