Prognose positiv

Von zusätzlichen Milliarden-Beträgen profitieren langfristig vor allem Schulen, Kitas und die Bildung. Bild: dpa

Die Weltwirtschaft kühlt sich ab, was die Exportnation Deutschland zu spüren bekommt. Dennoch sieht die Regierungskoalition die deutsche Wirtschaft weiter robust. Die Zahl der Jobs steigt - gleichzeitig nimmt wegen der hohen Zuwanderung aber auch die Zahl der Arbeitslosen etwas zu.

Die deutsche Wirtschaft bleibt trotz schwächelnder Weltwirtschaft auf Wachstumskurs und steuert aus Sicht der Bundesregierung auf einen Beschäftigungsrekord zu. Für das laufende Jahr korrigierte sie zwar das Konjunkturplus leicht von 1,8 auf 1,7 Prozent und ist damit vorsichtiger als führende Wirtschaftsforscher. Für 2016 rechnet Schwarz-Rot aber weiter mit einem Zuwachs der Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent sowie einer Rekordzahl von mehr als 43 Millionen Erwerbstätigen.

Plus für Integration

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte nach der Vorlage der Herbstprognose am Mittwoch in Berlin, die gute und robuste Vorhersage sei auch eine gute Voraussetzung dafür, die Integration von Flüchtlingen in Deutschland zu schaffen. "Dabei hilft uns die gute wirtschaftliche Entwicklung, und dabei wird es auch bleiben", sagte der Vizekanzler.

Die zusätzlichen Milliarden-Beträge für Schulen, Kitas und Bildung als Reaktion auf die Flüchtlingszahlen wirkten wie ein kleines Konjunkturprogramm. "Aber das wird eher im nächsten Jahr eine Rolle spielen", sagte Gabriel. Dies koste zwar Geld. Viel teurer werde es aber, wenn man keine Kinder habe. "Die Investition jetzt in die Kinder der Flüchtlingsfamilien, das ist eine Investition, die dem Land viel Geld sparen wird."

Erwartete Steuerausfälle in Folge des VW-Abgas-Skandals seien berücksichtigt. Auf die Wirtschaftsprognose habe die Entwicklung bei VW keinen nachhaltigen Einfluss, betonte der Wirtschaftsminister. Die Herbstprognose ist Basis für die Steuerschätzung im November.

"Die gute Nachricht ist: Der Arbeitsmarkt und die Beschäftigungslage bleiben weiterhin außerordentlich stark", sagte Gabriel. Die Zahl der Erwerbstätigen werde 2015 um 284 000 Personen und im nächsten Jahr um 271 000 auf das Rekordniveau von dann 43,3 Millionen zunehmen. In Folge der "hohen Zuwanderung" werde die Zahl der Arbeitslosen 2016 allerdings voraussichtlich um 60 000 Personen zunehmen. 2015 werde dagegen nochmals ein Rückgang um 98 000 Personen erwartet.

Konsum als tragende Säule

Getragen wird der verhaltene Aufschwung vom starken Konsum der Bürger, die bei steigenden Einkommen und geringer Teuerung mehr Geld im Portemonnaie haben. Die Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer nehmen 2015 laut Prognose um 2,6 Prozent und kommendes Jahr um 2,4 Prozent zu. Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte erhöhen sich um 2,6 Prozent (2015) und 2,8 Prozent (2016).
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