Pünktliche Züge, bessere Auskünfte
Bahn-Programm für Weg aus der Krise

Mit mehr Investitionen und einer effizienteren Struktur will Rüdiger Grube die Deutsche Bahn zurück in die Erfolgsspur führen. Bild: dpa

Das Programm "Zukunft Bahn" kommt in Gang. Pünktlicher, verlässlicher, komfortabler - so will die Bahn wieder mehr Kunden gewinnen und Geld verdienen. Aber das kostet erst einmal Geld.

Berlin. Die Züge der Deutschen Bahn sollen vom nächsten Jahr an deutlich pünktlicher werden. Geplant sind auch zuverlässigere Informationen für Fahrgäste, mehr WLAN und sauberere Bahnhöfe. Das sind Kernpunkte des Programms "Zukunft Bahn", das der Vorstand am Donnerstag in Berlin vorstellte. Der Konzern befindet sich nach schwachen Ergebnissen in mehreren Geschäftsfeldern im größten Umbruch seit der Bahnreform 1994, wie es Vorstandschef Rüdiger Grube sagte. "Wir räumen auf und greifen an."

Im nächsten Jahr sollen 80 Prozent der Fernzüge pünktlich sein - was bei der Bahn heißt, weniger als sechs Minuten nach der Fahrplanzeit im Bahnhof einzutreffen. Heute sind es knapp 75 Prozent, langfristiges Ziel sind 85 Prozent. Regional- und Güterzüge sollen auf eine Quote von 95 Prozent kommen. Gelingt das nicht, erhalten die Vorstände weniger Geld. Mehrzeilige Gleisanzeiger und digitale Informationen für Personal und Fahrgäste sollen ab 2016 verhindern, dass Kunden widersprüchliche Angaben zu Gleiswechseln oder Wagenreihungen erhalten. Mobile Entstörungsteams sollen Toiletten und Bordrestaurants verfügbar halten.

Mit dem ICE-Informations- und Unterhaltungsportal sollen Fahrgäste ab 2016 auch ins Internet gehen können, geplant ist dies auch für Intercity-Züge. WLAN gibt es bislang für die Kunden der ersten Klasse im ICE. Bis 2020 will die Bahn ein WLAN-Netz in Fern- und Regionalzügen sowie Bahnhöfen etablieren. Im Regionalverkehr hängt dies jedoch davon ab, ob die Länder es auch bestellen. Gleichzeitig werden Doppelstrukturen im Konzern abgebaut und die Zentrale verschlankt. Hierzu soll der Aufsichtsrat am 8. Februar zu einer Sondersitzung zusammentreffen.

2600 Stellen im Feuer


Die Güterbahn DB Schenker Rail, die umfirmiert zu DB Cargo, soll ab 2018 wieder wachsen. Dazu werden Verladestellen geschlossen und stärker auf einen festen Fahrplan gesetzt. Bis zu 2600 Arbeitsplätze sind in der Sparte gefährdet, wie Personalvorstand Ulrich Weber sagte. Den Mitarbeitern würden konzernintern andere Arbeitsplätze angeboten. Arbeitsplätze könnten zudem in den Bahnwerken wegfallen, weil die Bahn stärker auf mobile Instandhaltung setzen will.

Der Umbau hinterlässt Spuren in der Bilanz. Grube erwartet Sonderbelastungen in diesem und im nächsten Jahr in Höhe von zwei Milliarden Euro. Davon entfallen 1,3 Milliarden Euro auf Sonderabschreibungen im Schienengüterverkehr. Weitere 700 Millionen Euro werden für Restrukturierungskosten zurückgestellt. Die Verschuldung werde in den nächsten Jahren auf 22 Milliarden Euro anwachsen, teilte der Konzern weiter mit. Ende 2014 hatte sie bei 16,4 Milliarden Euro gelegen.
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