Rabatte für Ryanair am Frankfurter Flughafen verärgert Stammkundschaft
Streit um Start- und Landegebühren

Bislang landen am Frankfurter Flughafen kaum Billigflieger. Der Betreiber Fraport will das gemeinsam mit der Fluglinie Ryanair ändern und verärgert damit die Stammkundschaft. Bild: dpa

Frankfurt. Die irische Fluglinie Ryanair stößt in Frankfurt die Tür für mehr Billigflüge an Deutschlands größtem Flughafen auf. Ab Ende März stationiert Europas größte Billigfluggesellschaft zwei Boeing-Mittelstreckenjets in Frankfurt und startet damit den Angriff auf die Heimatbasis der Lufthansa. Zunächst steuert Ryanair Ferienziele in Spanien und Portugal an. Zum nächsten Winter soll das Flugangebot aber deutlich wachsen. Laut Fraport-Chef Stefan Schulte liegt der Anteil der Billigflug-Passagiere in Frankfurt bisher bei vier Prozent. Wenn die Kunden aber immer mehr Billigangebote buchen wollen, müsse sich der Flughafen darauf einrichten.

Bei den Gebühren kann Ryanair auf neue Nachlässe hoffen. Fraport hat beim grün geführten hessischen Verkehrsministerium ein neues System von Gebührenanreizen zur Genehmigung eingereicht. In deren Genuss sollen Airlines kommen, wenn sie Flugverbindungen zu neuen Zielen einführen. Zudem soll es Anreize für Gesellschaften wie Ryanair geben, die gänzlich neu antreten. Das Ministerium hat eine Prüfung bis deutlich vor Jahresende versprochen. Laut Schulte bewegen sich die geplanten Nachlässe im international üblichen Rahmen. Dabei bekämen die Airlines im ersten Jahr typischerweise 40 bis 50 Prozent der gezahlten Passagierentgelte zurückerstattet. Binnen drei Jahren würden diese Rabatte dann zurückgefahren. Während Condor-Chef Ralf Teckentrup gegen das beantragte "wettbewerbsverzerrende Subventionierungsmodell" der Fraport wetterte, freute sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr über die Aussicht auf deutliche Einsparungen. Lufthansa werde in Frankfurt nicht mehr bezahlen als Ryanair, stellte er am Mittwoch klar. So könne sein Unternehmen 200 bis 300 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Weiter sagte der Lufthansa-Chef, er könne sich nicht vorstellen, dass das Ministerium unterschiedliche Gebühren genehmigen werde. Sonst werde Lufthansa nur die niedrigeren Ryanair-Gebühren überweisen.
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