Rauf und runter

Geht es mit dem Zalando-Kurs langfristig nach oben? Das hoffen jedenfalls die Chefs des Versandhändlers, David Schneider (links) Robert Gentz und Rubin Ritter (rechts). Bild: dpa

"Schrei vor Glück!" lautet der Werbeslogan von Zalando. Beim Börsenstart hätten den Anlegern aber eher Schreie wie in einer Achterbahn entfahren können: Die Aktie sprang erst um zwölf Prozent hoch - und fiel dann auf den Ausgabepreis zurück.

Die Aktie des Onlinehändlers Zalando ist an ihrem ersten Börsentag beim Ausgabepreis von 21,50 Euro aus dem Handel gegangen. Bei der Erstnotierung hatte es am Mittwochmorgen noch einen Sprung von rund zwölf Prozent auf 24,10 Euro gegeben. Danach ging es jedoch nach unten. Zum ersten Kurs war Zalando noch knapp 6 Milliarden Euro wert gewesen. Das war mehr als Dax-Unternehmen wie K+S, Lanxess oder Lufthansa auf die Waage bringen. Zum Schluss lag der Unternehmenswert bei 5,35 Milliarden Euro. Der Börsengang bringt Zalando gut 600 Millionen Euro ein. Zalando hatte mit einem Ausgabepreis von 21,50 Euro die zuvor aufgestellte Preisspanne von 18 bis 22,50 Euro nicht ganz ausgeschöpft, obwohl die Nachfrage mehr als zehn Mal höher als das Angebot an Aktien gewesen sein soll.

Zalando schaffte es in diesem Jahr nach hohen Anlaufverlusten in die schwarzen Zahlen. Nach einem positiven ersten Halbjahr könnte es auch den ersten Jahresgewinn geben. Haupteigentümer sind die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik sowie die Internetinvestoren Oliver, Marc und Alexander Samwer. Ihre Anteile verringern sich mit der Ausgabe der neuen Aktien. Dem Prospekt zufolge soll Kinnevik nach dem Börsengang noch 31,57 Prozent halten, statt zuvor 35,6 Prozent. Die Samwer-Brüder kommen noch auf 14,81 Prozent statt zuvor 16,7 Prozent. Die Brüder hatten Zalando seit der Gründung 2008 unterstützt.

Der Modehändler war unter dem Dach ihrer Startup-Schmiede Rocket Internet groß geworden. Die Samwers bringen Rocket Internet heute an die Börse. Der Startupfinanzierer will dabei bis zu 1,6 Milliarden Euro einnehmen.

Zukäufe möglich

Die Erlöse aus dem Zalando-Börsengang sollen in das weitere Wachstum des Unternehmens fließen. Dabei kann sich Zalando auch Zukäufe vorstellen. Die Berliner wollen ihre Kundenbasis erweitern, die Umsätze beim einzelnen Käufer steigern und auch in neue regionale Märkte vordringen. Der Onlineversender hatte zuletzt knapp 14 Millionen aktive Kunden.
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