Raum für Crowdfunding

Der Crowdfunding-Markt ist klein, wächst aber stark. Vor der Einführung schärferer Regeln zum Schutz von Kleinanlegern kommt die Koalition den Internet-Plattformen entgegen.

Nach Kritik aus der Gründerszene und den Ländern bessert die Koalition ihr neues Gesetz zum besseren Schutz von Kleinanlegern nach. Damit soll der boomende deutsche Markt für Geldanlagen über Internet-Plattformen (Crowdfunding) attraktiv bleiben.

So werden unter anderem ursprünglich vorgesehene strenge Informationspflichten gelockert und eine Obergrenze von 10 000 Euro für Investoren (Kapitalgesellschaften) bei der Schwarmfinanzierung etwa von Startups aufgehoben. Darauf verständigten sich laut dpa die zuständigen Fachpolitiker von Union und SPD. Es soll auch Ausnahmen für Genossenschaften sowie soziale und gemeinnützige Initiativen geben, die Geld einsammeln.

Bürger, die sich im Netz mit überschaubaren Beträgen an einem Projekt oder einer Firmen-Idee beteiligen und auf gute Renditen hoffen, müssen nicht wie zuerst geplant eigenhändig ein Blatt mit Warnhinweisen zu den Risiken der Anlage unterschreiben und an den Anbieter schicken. Dafür reicht künftig das Eintippen von Vor- und Nachnahme im Internet.

Zusätzlich wird es ein 14-tägiges Widerrufsrecht geben. Ein von der Regierung favorisiertes generelles Werbeverbot kommt nicht. Bei Werbung, die eine bestimmte, jedoch nicht garantierte Rendite in Aussicht stellt, muss der obligatorische Warnhinweis aber um folgenden Zusatz erweitert werden: "Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen." Die Finanzaufsicht Bafin kann Werbung für besonders riskante Angebote aber beschränken oder komplett verbieten.

Verbraucherschützer sind skeptisch. Der Schutz der Kleinanleger werde durch die Ausnahmen auf den Kopf gestellt, warnen sie. Am Donnerstag soll der Bundestag grünes Licht für das Regelwerk geben. Im Juni hat dann der Bundesrat das letzte Wort. Bis Ende 2016 soll die Wirkung der Vorschriften überprüft werden.
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