Reaktionen

Für Robert Dietrich hat sich GDL-Chef Claus Weselsky "souverän verhalten", auch wenn er jetzt etwas dünnhäutiger reagiere. Dietrich ist seit rund 14 Jahren Ortsvorsitzender für Weiden-Schwandorf (132 Mitglieder). Er kann die Kritik an der Gewerkschaft und ihrem Boss nicht verstehen. Er kenne Weselsky persönlich und habe dessen Auftreten nie als arrogant empfunden. Dietrich kann nicht nachvollziehen, dass die Bahn bisher Verhandlungen mit der GDL abgelehnt hätte. Der Ortsvorsitzende kann als Beamter nicht mitstreiken, seine Solidarität haben die Kollegen im Arbeitskampf allemal: "Ich werde jeden unterstützen." Sauer ist Dietrich auf den DGB und dessen Kritik an der GDL: "Ich habe nicht das Gefühl, dass Vorsitzender Michael Sommer wirklich über unsere Position informiert ist." Der Weidener DGB-Stadtverbandsvorsitzende Helmut Fiedler äußert sich differenziert zu der Diskussion um die GDL-Streiks. "Ich bin dagegen, dass sich die Politik großartig einmischt", stellt das EVG-Mitglied klar. "Das Streikrecht ist für einen Gewerkschafter eines der höchsten Güter", sagt Fiedler und verweist auf den Schutz durch das Grundgesetz. Bei Streiks für höhere Bezahlung oder bessere Lebensbedingungen reagiere die Bevölkerung meist mit Verständnis, berichtet der Gewerkschafter aus seiner Erfahrung. "Bei dem, was aber derzeit abläuft, könnte man auf den Gedanken kommen, dass da Machtspielchen laufen. Da nutzt sich mein Verständnis ein Stück weit ab." Auch den viertägigen Ausstand zum derzeitigen Stand der Verhandlungen sieht der Weidener kritisch: "Wo soll das hinführen? Machen die das nächste Mal zwei Wochen Streik?" (we/za)
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.