Real kündigt Ausstieg aus Tarifbindung an

Die Metro-Tochter Real will aus der Tarifbindung aussteigen und bietet der Gewerkschaft Verdi Verhandlungen über einen Haustarifvertrag an. Hintergrund der Entscheidung sei die wettbewerbsverzerrende Umsetzung des Flächentarifvertrags durch einzelne Handelsunternehmen, teilte Real am Mittwoch mit. Unternehmen ohne Tarifvertrag hätten deutlich bessere Kostenstrukturen als tarifgebundene Betriebe im deutschen Handel.

"Diese schwierige Lage hat Real selbst nicht geschaffen. Wir müssen aber um konkurrenzfähig zu bleiben, darauf reagieren", teilte Real-Arbeitsdirektor Jörg Krämer mit. Für die derzeitigen Mitarbeiter werde das Unternehmen jedoch einen Bestandsschutz anbieten, so dass die Entgelte der heutigen Beschäftigten unverändert blieben. Verdi warf dem Unternehmen vor, dem "Lohndumping" in der Branche weiter Vorschub zu leisten. Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger kündigte an, Verdi werde die Durchsetzung einer Zwei-Klassen-Gesellschaft unter den Beschäftigten "nicht akzeptieren".
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