Reallöhne und Geldvermögen der Deutschen steigen - Niedrige Inflationsrate hilft
Wieder mehr in der Tasche

Ein Prost auf die Kurse. Wertpapiere bescherten satte Vermögenszuwächse. Archivbild: dpa
Die Bundesbürger werden immer reicher: Das Geldvermögen erklimmt neue Höchststände, und auch die Arbeitnehmer in Deutschland haben mehr Geld in der Tasche. Normale Lohnsteigerungen bei einer gleichzeitig niedrigen Inflation haben zu deutlich höheren Reallöhnen geführt, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Sie lagen im zweiten Quartal 1,2 Prozent über dem Wert von vor einem Jahr.

Während die nominalen Löhne inklusive der Sonderzahlungen mit 2,3 Prozent nur geringfügig schneller stiegen als üblich, lag die Preissteigerung mit 1,1 Prozent deutlich unter dem Mittelwert der vergangenen fünf Jahre von 1,5 Prozent. Zur Ermittlung der Reallöhne wird die Preissteigerung von den nominalen Lohnsteigerungen abgezogen.

Schneller als die Löhne steigen die Geldvermögen in Deutschland. 2013 wuchs das Vermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen zum Vorjahr um 4,0 Prozent auf den Rekordwert von 5,15 Billionen Euro. Besonders Wertgewinne bei Aktien waren für das Plus verantwortlich, wie der Versicherungskonzern Allianz am Dienstag in Frankfurt bei der Vorstellung des "Global Wealth Reports" mitteilte.

Zinstief zehrt an Erspartem

Ihre Vorliebe für sichere Sparanlagen kostete die Deutschen allerdings auch viel Geld: Laut Allianz hat die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) den deutschen Sparern seit 2010 Zinsverluste von 23 Milliarden Euro eingebrockt. Hingegen hätten Privathaushalte in Ländern wie Spanien, Griechenland oder Portugal beträchtlich von der Krisenstrategie des billigen Geldes profitiert, sagte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise am Dienstag bei der Vorlage des "Global Wealth Reports". Denn Schuldnern spielen niedrige Zinsen in aller Regel in die Karten, während Gläubiger die Verlierer sind. Zudem meiden Deutsche nach einer Reihe negativer Erfahrungen - anders als etwa US-Amerikaner - Aktien, obwohl die Kursfeuerwerke der vergangenen Jahre Haupttreiber für den Anstieg privater Geldvermögen in aller Welt waren.
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