Regelbetrieb für Lang-Lkw
2017 fast freie Fahrt

2017 sollen die Langlaster auf deutschen Straßen nicht mehr nur im Rahmen eines Feldversuchs unterwegs sein. Archivbild: dpa

Seit 2012 sind auf deutschen Straßen besonders lange Lastwagen unterwegs, bislang aber nur testweise und gegen viele Bedenken. Ab 2017 dürfen die mächtigen Fahrzeuge nun auch ganz regulär rollen.

Frankfurt. Die umstrittenen Lang-Lkw sollen demnächst regulär auf deutschen Straßen rollen. Sein Haus habe die Verordnung für einen Regelbetrieb der Lang-Lkw fertiggestellt, erklärte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Freitag in Frankfurt bei der Tagung des Güterverkehr- und Logistikverbandes BGL. Als 14. von 16 Bundesländern habe in der abgelaufenen Woche Rheinland-Pfalz seine Teilnahme erklärt, berichtete der Minister. Damit sind die bis zu 25,25 Meter langen Lkw nur noch in Berlin und Saarland von den Straßen verbannt. Sie dürfen auf einem 11 600 Kilometer langen, festgelegten Straßennetz fahren und mit 40 Tonnen nicht mehr zuladen als herkömmliche Laster. Tests und ein Gutachten hätten die Bedenken der Gegner entkräftet, sagte Dobrindt. Es gebe keine Güter-Verlagerung von der Schiene auf die Straße. Weil nun zwei Lang-Lkw drei herkömmliche Lastwagen ersetzen könnten, könne auch bis zu 25 Prozent CO2 eingespart werden. Die Infrastruktur nehme keinen Schaden, weil die Lang-Lkw nicht schwerer sein dürften als die bisherigen. Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, erklärte hingegen, der Lkw-Transport werde mit staatlicher Unterstützung billig gemacht und die umweltfreundlichen Güterbahnen würden ausgebremst. BGL-Verbandspräsident Adalbert Wandt verlangte von der Bundesregierung einen besseren Schutz gegen unlautere Konkurrenz, die mit Sozialdumping die Preise drücke. Vor allem Unternehmen aus Polen und Tschechien setzten Fahrer ein, die ihre gesamten Ruhe- und Freizeit im oder am Fahrzeug verbrächten. Dieses sogenannte "Lkw-Camping" erhöhe die Parkplatznot. Der deutsche Mindestlohn habe in der Praxis nichts bewirkt, weil die Einsatzpläne ausländischer Transportunternehmen nicht überprüft würden.
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