Regierung der Oberpfalz nutzt Landwirtschaftliche Berufsschule vorübergehend als Erstaufnahme
Platz für bis zu 200 Flüchtlinge

Die Landwirtschaftliche Berufsschule in der Adalbert-Stifter-Straße wird eine Erstaufnahmestelle für bis zu 200 Flüchtlinge. Wann die ersten Bewohner kommen sollen, steht zur Stunde noch nicht fest. Bild: Steinbacher
Amberg. (tk) Die Amberger Zeitung berichtete am 3. Juli von einer möglichen Flüchtlings-Aufnahmestelle in der Landwirtschaftlichen Berufsschule in der Adalbert-Stifter-Straße. Die Immobilie werde auf ihre Eignung hin geprüft, hieß es damals unisono aus Rathaus und Landratsamt. Mittlerweile ist die Entscheidung fix.

Die Regierung der Oberpfalz wird die Landwirtschaftliche Berufsschule vorübergehend als Erstaufnahmeeinrichtung nutzen. "Das steht seit Ende vergangener Woche fest", teilte die städtische Pressesprecherin Susanne Schwab gestern mit. Zuvor müsse das Gebäude, das sich im Eigentum des Landkreises befindet und rund 200 Personen Platz bieten soll, erst noch ertüchtigt werden.

In Bayern 1000 pro Tag

Entsprechend einer Vereinbarung, die das Landratsamt und die Stadt mit der Bezirksregierung geschlossen haben, betrage die Nutzungsdauer voraussichtlich zwei Jahre. Die temporäre Einrichtung sei notwendig geworden, weil der Zustrom der Asylsuchenden in diesem Monat nochmals deutlich zugenommen habe. "Aktuell sind in Bayern Zugänge von rund 1000 Personen pro Tag zu verzeichnen", hieß es in einer Medieninformation der Regierung der Oberpfalz. Sie spricht darin von einem "dramatischen Anstieg". Die Stadt als Genehmigungsbehörde und der Landkreis als Gebäudeeigentümer seien angesichts dieses hohen Drucks bereit gewesen, gemeinsam mit der Regierung nach einer Lösung zu suchen (wir berichteten). Sie nehmen laut Schwab aber auch die Ängste und Sorgen sehr ernst, "die in der Bevölkerung angesichts dieser neuen Situation entstanden sind".

Keine Notfalleinrichtung

Deshalb hätten OB Michael Cerny und Landrat Richard Reisinger die Regierung als zuständigen Betreiber gebeten, die Öffentlichkeit vor der endgültigen Inbetriebnahme direkt über die Art und Dauer der Unterbringung zu informieren. Da die Erstaufnahme im Stadtgebiet eingerichtet wird, werde es weder in der Stadt noch im Landkreis eine Notfalleinrichtung geben, hieß es gestern.

Der sogenannte Winternotfallplan, der bereits vor mehreren Monaten in einen dauerhaften Notfallplan überführt worden ist, sieht vor, nach dem Landkreis Regensburg als Nächstes die Region Tirschenreuth und die Stadt Weiden zu aktivieren. Für Reisinger und Cerny sei das ein wichtiger Beitrag der interkommunalen Solidarität. Denn jeder zusätzliche Platz in einer Erstaufnahmeeinrichtung erspare das Einquartieren in einer Schulturnhalle und trage auf diese Weise dazu bei, die Notwendigkeit einer Notfallplanung zu minimieren.
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