Regionalbibliothek: "Pro Libris" in Weiden vor einschneidenden Änderungen
Förderverein am Scheideweg

Symbolbild: Hartl

Weiden. (fz) Die "Baustelle Regionalbibliothek" war Schauplatz der Mitgliederversammlung von Pro Libris. "Wir wollen Ihnen ein Update geben, wie es derzeit aussieht und was hier läuft", kündigte Fördervereinsvorsitzender Stefan Kunnert an: zum Umbau ebenso wie zur Gebührenumstellung.

Wie Stellvertreterin Sabine Guhl, zugleich Leiterin der Regionalbibliothek, feststellte, sehnten die Bürger mit fortschreitender Schließzeit (bis 1. Dezember) die Öffnung immer mehr herbei. 8365 Mitglieder zählt der Verein derzeit. Deren Mitgliedsbeiträge werden ausschließlich zum Kauf neuer Bücher und Medien verwendet. Im Jahr 2013 waren das 100.000 Euro.

Neue Rückgabemaschine

Bei der Auswahl orientieren sich die Verantwortlichen laut Guhl unter anderem an Bestsellerlisten oder Kundenwünschen. Pro Jahr werden 7000 unterschiedliche Titel angeschafft und genau so viele aussortiert. So bleibt der "Regi"-Bestand bei 130 000 Büchern und Medien. Eine einschneidende Änderung bringt ab Dezember die "Selbstbedienung" für die täglich 1000 Besucher. Im Eingangsbereich befindet sich eine Rückgabemaschine, die Tag und Nacht Bücher annimmt. Zugleich verfügt die Bibliothek über ein Ausgabeterminal. An einer Servicetheke erhält der Kunde Beratung und Hilfe. Ausweisverlängerungen erfolgen wie bisher manuell. Dies alles mache eine Personalreduzierung um 1,5 Kräfte möglich.

Keine Vorteile mehr für Dauernutzer

Vorsitzender Kunnert schilderte die Änderungen für "Pro Libris"-Mitglieder ab 2015. Bisher genoss jedes Vereinsmitglied - für 25 Euro Jahresbeitrag - bei intensiver Nutzung der Bibliothek erhebliche finanzielle Vorteile. Nun hat der Kommunale Prüfungsverband festgestellt, dass die Regionalbibliothek eine Einrichtung der Stadt ist und diese bestimmten Nutzergruppen keine Vorteile gewähren dürfe. Sonst sei dies ein Verstoß gegen das Gleichstellungsgesetz. Die Stadt musste reagieren.

Jahresbeitrag sinkt

Nach dem Stand der Dinge wird die Stadt neben der "Basiscard" eine "Premiumcard" für Vielnutzer anbieten. Kunnert: "Fakt ist, dass wir aus unserer Mitgliedschaft keinen Vorteil bei der Nutzung der Regionalbibliothek ab Januar 2015 ziehen können. Wir müssen dann eben auch diese Premiumcard erwerben." Der Jahresbeitrag des Fördervereins sinkt von 25 auf 20 Euro - dies beschloss die Versammlung. Dies sei ein reiner Förderbeitrag, mit dem ein Mitglied der "Regi" im Schnitt zwei Bücher pro Jahr finanziert. Ist ein Mitglied damit nicht einverstanden, kann es ohne Einhaltung einer Frist bis März die Mitgliedschaft kündigen.

Keine Spende an die Stadt

Die Frage, ob die 100.000 Euro für Neuanschaffung künftig die Stadt Weiden erhält, verneinten Kunnert und Guhl. Der Förderverein bezahle zwei Drittel der Neuanschaffungen, den Rest die Stadt. Es gebe keine Spende an die Stadt. Ob die Stadt die Nutzungsgebühren ins Haus fließen lässt? Die "Pro Libris"-Verantwortlichen führten an, dass sogar noch weitere Mittel in den Unterhalt und die Personalkosten fließen müssten. Das Thema Regionalbibliothek mit dem neuen Tarifmodell steht am Montag auf der Tagesordnung des Stadtrats (Beginn 15 Uhr im Neuen Rathaus).
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