Reisebranche sieht Chancen trotz Unsicherheit
Holpriger Start in die Sommersaison

Bei knapp einem Grad Celsius über null posierte am Dienstag Amy im Bikini vor dem Brandenburger Tor mit einer "Welcome"-Schärpe. Neben ihr eine Fahne mit dem Logo der Internationalen Tourismus-Börse (ITB). Bild: dpa

Berlin. Für die deutsche Reisebranche hat das Jahr schwierig begonnen, am Ende könnte aber wieder Wachstum stehen. Vor der Eröffnung der 50. Internationalen Tourismus-Börse (ITB) heute in Berlin zeigt sich bei den Buchungen für den Sommer eine deutliche Verlagerung vom östlichen Mittelmeer zu Zielen in Westeuropa. Als Folge von Terroranschlägen seien in den deutschen Reisebüros die Buchungen für Ziele in der Türkei, Ägypten und Tunesien um 40 Prozent oder sogar mehr eingebrochen, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), Norbert Fiebig, am Dienstag. Davon profitierten die Karibik und in Europa vor allem Portugal, Spanien, Italien und Deutschland selbst.

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Michael Frenzel, rechnet damit, dass trotz allem für die Reiseunternehmen in diesem Jahr wieder ein Umsatzplus herauskommt. Die bis Januar sehr zurückhaltenden Buchungen hätten im Februar wieder zugelegt. Fiebig wies auf günstige Voraussetzungen hin: Die Konsumlaune sei hoch, die Beschäftigung stabil und die Inflation gering. Insgesamt habe das Niveau der Buchungen Ende Februar zwar noch unter dem Stand vor einem Jahr gelegen, aber bereits über der Zahl, die 2014 zum gleichen Zeitpunkt erreicht worden sei. "Die Deutschen sparen nicht am Urlaub", sagte Fiebig.

Rund 10 000 Aussteller aus 187 Ländern und Regionen kommen in diesem Jahr zur ITB nach Berlin. Schwerpunktthema des begleitenden Kongresses ist der Wandel der Branche im Zeichen der Digitalisierung. Auch die Flüchtlings-Krise ist ein Thema. Partnerland der ITB sind in diesem Jahr die Malediven. Der Tourismusminister des Inselstaats, Moosa Zameer, wies Befürchtungen zurück, Reisen in sein Land könnten wegen eine Gruppe gewaltbereiter Islamisten unsicher sein. Kritiker in Deutschland hatten zudem Menschenrechtsverletzungen und eine Einschränkung der Meinungsfreiheit in dem Land angeprangert.
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