Rekord für Exporteure
Sonniges Jahr für deutschen Außenhandel

Von Deutschland aus gingen 2015 Waren im Gesamtwert von 1195,8 Milliarden Euro ins Ausland. Bild: dpa

Waren aus deutscher Produktion sind weltweit gefragt wie nie. Trotz aller Krisen legt der deutsche Außenhandel das zweite Rekordjahr in Folge hin. Ein Treiber: der schwache Euro.

Wiesbaden. Deutschlands Exporteure haben beflügelt vom schwachen Euro im vergangenen Jahr alle Rekorde gebrochen. Waren im Gesamtwert von 1195,8 Milliarden Euro gingen ins Ausland - damit war "Made in Germany" so gefragt wie nie. Die Bestmarke aus dem Vorjahr sei um 6,4 Prozent übertroffen worden, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit.

Zuversicht für 2016


"Trotz eines schwierigen Jahres hat sich der deutsche Außenhandel einmal mehr als sehr robust erwiesen", bilanzierte der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). Der Branchenverband ist trotz aller Krisen rund um den Globus zuversichtlich, dass die Rekordjagd 2016 weitergehen wird. "Da anzunehmen ist, dass die Rohstoffpreise sowie der Euro-Kurs weiterhin niedrig bleiben, rechnen wir auch für dieses Jahr mit einer positiven Entwicklung im deutschen Außenhandel", betonte BGA-Präsident Anton Börner. Der BGA erwartet ein Exportplus von 4,5 Prozent und einen Importzuwachs von 4 Prozent.

In den vergangenen Monaten half der schwache Euro, der Waren auf den Weltmärkten billiger macht, den Unternehmen ebenso wie die Erholung der Konjunktur in Europa. Die Nachfrage aus den EU-Partnerstaaten zog 2015 deutlich an. In die EU lieferten deutsche Unternehmen Waren im Gesamtwert von 693,9 Milliarden Euro und damit 7,0 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Das ist nach wie vor der Löwenanteil der gesamten deutschen Ausfuhren. Aber auch die Exporte in die lange kriselnde Euro-Zone zogen an: Dorthin gingen Waren für 435 Milliarden Euro (plus 5,9 Prozent). Im Handel mit EU-Ländern, die nicht der Euro-Zone angehören, gab es ein Ausfuhrplus von 8,9 Prozent auf 258,9 Milliarden Euro.

Die Einfuhren nach Deutschland lagen mit 948 Milliarden Euro um 4,2 Prozent über dem bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2014. Die Handelsbilanz, die Ausfuhren und Einfuhren gegenüberstellt, schloss mit einem Rekordsaldo von 247,8 Milliarden Euro.

Zum Jahresende schwächte sich das Wachstum aber ab. Im Dezember wurden im Vergleich zum Vorjahresmonat mit 91,9 Milliarden Euro 3,2 Prozent mehr Waren ausgeführt und mit 73,1 Milliarden Euro 3,5 Prozent mehr Waren eingeführt. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Aus- und Einfuhren zum November 2015 um jeweils 1,6 Prozent ab. Vor allem die Nachfrage von EU-Ländern außerhalb der Währungsunion habe nachgelassen, erklärten Ökonomen der Bayern-LB. Dabei könnten die verstärkten Grenzkontrollen wegen des Flüchtlingsstroms eine Rolle gespielt haben.

Industrie besser ausgelastet


Vor allem der Export hat die bayerische Industrie im vergangenen Jahr noch besser ausgelastet. Die Auslandsumsätze der Unternehmen hätten im Vergleich zu 2014 um 6,6 Prozent auf 176 Milliarden Euro zugelegt, teilte das Bayerische Landesamt für Statistik am Dienstag in München mit. Die Exportquote stieg auf 54 Prozent. Insgesamt wuchs der Umsatz des verarbeitenden Gewerbes im Freistaat um 3,9 Prozent auf 326,5 Milliarden Euro. Der Personalstand legte um 2 Prozent auf 1,141 Millionen Beschäftigte am Jahresende zu.
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