Roadshow der Hochschule Amberg-Weiden - "Stapelweise Bewerbungen aus ganz Deutschland"
Mit dualem Studium nahe an der Praxis

Amberg/Weiden. (sbü) "Das Ausbildungssystem muss kreativ auf die Veränderungen in der Gesellschaft reagieren," erklärte Professor Dr. Erich Bauer, Präsident der OTH Amberg-Weiden, bei der Eröffnung der Roadshow "Dual Studieren in Bayern". Die Wissenschaft wolle dabei raus aus ihrem Elfenbeinturm. "Wir bekommen stapelweise Bewerbungen aus ganz Deutschland," erklärte Johanna Gruber von der Holzbau-Unternehmensgruppe Gruber mit Sitz in Rötz/Bernried, nahe der deutsch-tschechischen Grenze.

Im Podiumsgespräch der Roadshow "Dual Studieren in Bayern" in der OTH in Weiden warb Gruber für diese Ausbildungsform. Jugendliche, die diesen Weg gehen, seien fast immer ganz besonders zielstrebig. "Das sind unsere 1a-Mitarbeiter," schwärmte sie den zahlreich erschienenen Unternehmern vor. Derzeit beschäftige ihr Unternehmen zehn dual Studierende.

Am Ende zwei Abschlüsse

Gruber hatte mit Daniel Bindl auch gleich einen davon mitgebracht. Daniel lernt Bauzeichner und studiert Bauingenieurwesen. Er bestätigte alles, was seine Chefin vorher gesagt hatte. Vor allem lobte er den Praxisbezug dieser Ausbildungsform. "Zuerst konnte ich mir 13 Monate lang mir ein Bild von meiner zukünftigen Tätigkeit machen. Und am Ausbildungsende habe ich zwei Abschlüsse in der Tasche." Er schilderte auch, dass er viel aus der Praxis heraus und nicht aus der Theorie lerne und dass Nebenjobs wegen des finanziellen Rückhalts durch das Unternehmen nicht erforderlich seien.

Dass Mitarbeiter nach einem dualen Studium "besser und optimaler einsetzbar sind", bestätigte beim Podiumsgespräch Harald Hiller, Personalreferent der BHS Corrugated. OTH-Dekan Professor Dr. Wolfgang Renninger empfahl den Unternehmen "Mut zu haben, diese Ausbildungsform anzubieten". Weil die Bankausbildung herkömmlicher Art etwas an Attraktivität verloren hat, beschäftigt die Volksbank Nordoberpfalz derzeit sieben Mitarbeiter im dualen Studium, erklärte Ausbildungsleiter Reinhard Goblirsch. Dass auch das Handwerk auf diese Ausbildungsform setze, um wieder mehr Nachwuchs zu bekommen, berichtete Wolfgang Spöckner von der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz. 130 dual Studierende nannte er als aktuelle Zahl für seinen Zuständigkeitsbereich.

Lange Empfehlungsliste

Tipps von Experten für das duale Studium standen ebenfalls auf dem Programm. Zwei Modelle wurden vorgestellt: Verbundstudium und Studium mit vertiefter Praxis (siehe Informationskasten). Eingeladen zur Roadshow hatte die Initiative "Hochschule dual" zusammen mit der OTH Amberg-Weiden, dem Zukunfscoach der Stadt Weiden Roswitha Ruidisch, der IHK Regensburg und der HWK Niederbayern-Oberpfalz. Ruidisch führte auch durch die Veranstaltung. So kam eine lange Empfehlungsliste für Unternehmen zustande. Ganz oben stand dabei "Nehmen Sie frühzeitig Kontakt zur Hochschule und zur zuständigen Kammer auf, um den Ablauf von Ausbildung und Studium aufeinander abzustimmen". Musterverträge gibt es bei der IHK Regensburg. Dies alles sollte möglichst vor der Bewerbung um den Studienplatz erfolgt sein.
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