Robuste Konjunktur
Stimmung in der deutschen Wirtschaft bleibt gut

Die gute Laune in deutschen Unternehmen trübt sich vor Weihnachten zwar ganz leicht ein. Die Erwartungen bleiben aber hoch. Insgesamt dürfte die deutsche Konjunktur 2016 robust bleiben - auch wenn die Schlüsselindustrie Maschinenbau auf der Stelle tritt.

München/Frankfurt. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft bleibt hervorragend. Daran ändert auch ein leichter Dämpfer des Ifo-Geschäftsklima-Indexes im Dezember nichts: Der Index sank von 109,0 Punkten im November auf 108,7 Punkte. Das teilte das Ifo-Institut am Donnerstag in München mit.

Optimismus bleibt hoch


Die befragten Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage nicht mehr ganz so gut wie im Vormonat. Aber der Optimismus mit Blick auf das kommende halbe Jahr sei unverändert groß geblieben.

Tatsächlich gebe die Konjunktur den Unternehmen auch allen Grund zur Zuversicht, betont KFW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. "Die Aussichten für 2016 sind gut: Konsum und Wohnbauten setzen ihren Dauerlauf in überzeugendem Tempo fort, teils dank einer zweiten Luft infolge der Zuwanderung." Zudem nehme die Beschäftigung in nahezu allen größeren Wirtschaftszweigen zu. Die extrem expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) liefere zusätzliche Impulse, unterstreicht Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise. Hingegen sei ein Exportboom 2016 unwahrscheinlich: "Der Euro ist eine Hilfe für deutsche Exporteure, wichtiger ist jedoch die Entwicklung der Weltmärkte - und die ist derzeit nicht besonders dynamisch."

Getrübt wird der Optimismus von der schwachen Entwicklung der Investitionen deutscher Unternehmen. "Sorge bereitet die Investitionsdynamik, die trotz extrem niedriger Zinsen nicht in Gang kommt und nach einem Aufflackern immer wieder von Rückschlägen gekennzeichnet ist", erklärte Gustav Horn, Leiter des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Das zeige, dass das Vertrauen der Unternehmen in den Aufschwung bei weitem noch nicht gefestigt sei. Auch 2016 dürften die Investitionen eine Schwachstelle des Aufschwungs bleiben, sagten die IMK-Konjunkturforscher voraus.

Schleppende Nachfrage


Das bekommen auch die Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland zu spüren, die sich angesichts der weltweit schleppenden Nachfrage auf ein weiteres Jahr ohne reales Wachstum einstellen. Denn die Rahmendaten blieben ungünstig, auch 2016 müsse der Maschinenbau mit negativen Impulsen aus vielen Schwellenländern rechnen, sagte der Präsident des Branchenverbands VDMA, Reinhold Festge, am Donnerstag in Frankfurt.

Zudem dürften die expansiven Effekte aus den USA und den EU-Partnerländern etwas geringer ausfallen als 2015. Auch die erwartete Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar nach der Zinserhöhung in den USA werde bestenfalls etwas Rückenwind bringen.
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