Rocket Internet will bei Börsengang 1,5 Milliarden Euro einnehmen
Nächste Stufe zünden

Oliver Samwer, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Rocket Internet AG. Das Unternehmen bringt Neugründungen groß raus, nun will Rocket Internet an die Börse gehen. Bild: dpa

Rocket Internet hat große Ziele: Der Börsengang im Oktober könnte dem Internet-Unternehmen mehr als 1,5 Milliarden Euro einbringen. Investoren stehen laut Management Schlange. Sie werden aber einen langen Atem brauchen.

Die Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet will bei ihrem anstehenden Börsengang bis zu 1,6 Milliarden Euro einnehmen. Es gebe bereits Nachfrage für das gesamte Angebot an Aktien, sagte Mitgründer und Vorstandschef Oliver Samwer am Mittwoch in Frankfurt. Der Start an der Börse ist für den 9. Oktober geplant. Die Preisspanne für die Aktien wurde auf 35,50 Euro bis 42,50 Euro festgelegt. Von den Einnahmen will Rocket Internet etwa eine Milliarde Euro laut Finanzvorstand Peter Kimpel dazu einsetzen, Unternehmen länger zu begleiten. Der Rest solle genutzt werden, um Beteiligungen auszubauen.

Rocket folgt dicht auf den Modehändler Zalando, der am 1. Oktober an die Börse geht. Hauptanteilseigner von Rocket Internet sind die Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer, die auch gut 16 Prozent an Zalando halten. Die bestehenden Anteilseigner wollen bei dem Börsengang keine Anteile verkaufen, es sollen nur neue Aktien platziert werden.

Das Gesamtvolumen der Aktienplatzierung soll zum Mittelwert der Preisspanne bei 1,477 Milliarden Euro liegen. Das Unternehmen erwartet auf dieser Basis einen Marktwert von rund 6,2 Milliarden Euro. Am oberen Ende der Preisspanne dürften es bis zu 6,7 Milliarden Euro sein. Bei Zalando wird mit einem Wert von bis zu 5,6 Milliarden Euro gerechnet. Zum Vergleich: Die Lufthansa als Dax-Konzern kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von 5,85 Milliarden Euro.

Idee in 100 Tagen umsetzen

Rocket Internet war 2007 gegründet worden und bringt hauptsächlich junge Internet-Firmen auf den Weg. Die Startup-Produktion ist wie am Fließband organisiert. Eine Geschäftsidee wird schnell in verschiedenen Ländern an den Start gebracht. Binnen 100 Tagen würden 80 Prozent der Ideen umgesetzt, wirbt das Management. Rocket Internet ist mit rund 50 Firmen in 116 Ländern aktiv, Schwerpunkte sind Online-Handel, Logistik und Bezahldienste.
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