Rücklagen für Folgen des Abgas-Skandals
VW im Krisenmodus

Im ersten Halbjahr 2016 hat der VW-Konzern rund 5,1 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Archivbild: dpa

Der Abgas-Skandal lässt Volkswagen nicht los. Im zweiten Quartal muss der Konzern wieder einen Milliardenbetrag für die Folgekosten des Abgas-Skandals zurücklegen. Für die Autoverkäufe stecken sich die Wolfsburger aber wieder höhere Ziele.

Wolfsburg. Die Abgas-Affäre kostet Europas größten Autobauer Volkswagen auch im ersten Halbjahr 2016 merklich Gewinnkraft. Unter dem Strich sackte das Konzernergebnis aus den ersten sechs Monaten um 38 Prozent ab auf 3,46 Milliarden Euro. Das teilten der Konzern am Donnerstag mit. In der vergangenen Woche hatte der Autobauer bereits einen Rückgang des Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 22 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro mitgeteilt. Als neuen Puffer für juristische Risiken aus dem Skandal um Diesel-Manipulationen musste Volkswagen aus seinem Gewinn weitere 1,6 Milliarden Euro herausrechnen. Zuvor hatten die gesamten Rückstellungen für den Skandal 16,2 Milliarden Euro betragen. Auch für Folgekosten aus den Problemen mit Airbags des Zulieferers Takata und für drohende Kartellstrafen wegen Preisabsprachen in der Nutzfahrzeugbranche musste das Unternehmen zusammen mehr als eine halbe Milliarde Euro Rücklagen bilden.

Die Kernmarke VW-Pkw findet indes langsam zurück in die Spur. Die Hausmarke erreichte im zweiten Quartal des laufenden Jahres 808 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern. Zwar liegt dieser Wert klar unter den 914 Millionen Euro aus dem zweiten Viertel des Vorjahres. Jedoch war das Startquartal für die Kernmarke unter dem Druck der Abgas-Affäre mit nur 73 Millionen Euro Ebit noch weit enttäuschender verlaufen. Auf Halbjahressicht spielte VW-Pkw dank des soliden zweiten Quartals 881 Millionen Euro ein. Im Vergleich mit der ersten Hälfte des Vorjahres sind das aber 38 Prozent Einbruch. Die Kernmarke fährt ein Sparprogramm.

Neben der Kernmarke drückte auch die Tochter Audi auf die Profitabilität. Der Ingolstädter Autobauer erzielte im zweiten Quartal eine operative Gewinnmarge von 8,7 Prozent nach 9,8 Prozent vor einem Jahr. Bei der von der Diesel-Krise besonders getroffenen Marke VW blieben vom Umsatz 2,9 Prozent als operativer Gewinn hängen - also 2,90 Euro pro 100 Euro Umsatz. Vor einem Jahr waren es 3,30 Euro gewesen. Porsche als Ertragsperle legte im Jahresvergleich von 16,2 auf 16,8 Prozent zu. Im ersten Halbjahr hatte VW mit 5,1 Millionen verkauften Fahrzeugen weltweit ein Auslieferungsplus von 1,5 Prozent erzielt.
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