Rüstungsriese Lockheed kauft Helikopterbauer Sikorsky
Milliarden-Deal

Der US-Rüstungsriese Lockheed Martin übernimmt die Helikoptersparte Sikorsky vom Industriekonzern United Technologies. Die Parteien hätten sich auf einen Preis von 9 Milliarden Dollar geeinigt, der nach positiven Steuereffekten auf 7,1 Milliarden Dollar (6,6 Milliarden Euro) sinke, teilte Lockheed am Montag mit.

Sikorsky, einer der größten Hubschrauberbauer weltweit, ist für seine Black-Hawk-Helikopter bekannt und einer der wichtigsten Lieferanten des Pentagons. Die Übernahme soll bis Anfang 2016 abgeschlossen werden. Auch die Hubschrauberflotte des US-Präsidenten, die unter der Bezeichnung "Marine One" läuft, wird von Sikorsky gestellt.

US-Medien wie das "Wall Street Journal" hatten vor gut einer Woche bereits unter Berufung auf Insider berichtet, dass Lockheed wohl das Rennen machen würde. Der US-Flugzeughersteller Boeing und Textron, der Mutterkonzern von Bell Helicopters und Cessna, sollen sich ebenfalls um Sikorsky bemüht haben. Auch dem europäischen Branchenschwergewicht Airbus wurde Interesse nachgesagt.

Lockheed dürfte bei dem Geschäft auf einen potenziellen neuen Wachstumstreiber setzen. Der Rüstungskonzern leidet als größter Waffenlieferant der US-Regierung unter Kürzungen des Militäretats und könnte neuen Schub gebrauchen. Vorstandschef Marillyn Hewson bezeichnete Sikorsky als "idealen Partner".

Seit Jahren kommt Lockheed beim Umsatz kaum vom Fleck. Im zweiten Quartal hat der Konzern die Erlöse allerdings überraschend deutlich um knapp drei Prozent zum Vorjahr auf 11,64 Milliarden Dollar gesteigert. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 929 Millionen Dollar, wie der aktuelle Finanzbericht zeigt.
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