RWE-Chef sucht Geld

Der Vorstandsvorsitzende von RWE, Peter Terium. Bild: dpa

Der Stromriese RWE kämpft weiter mit den Folgen der Energiewende. Um sich neu ausrichten zu können, muss er zusätzliche Investitionen stemmen. Doch das Interesse bei Großanlegern ist eher gering. Kann eine Kapitalerhöhung helfen?

RWE-Chef Peter Terium ist auf der Suche nach zusätzlichem Geld für den angeschlagenen Energiekonzern. Wegen mangelnden Interesses von Investoren bringt er nun eine Kapitalerhöhung ins Gespräch.

"Wir brauchen Geld für Wachstum. Zur Zeit kriegen wir das nicht", sagte der Vorstandschef des zweitgrößten deutschen Versorgers der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Dafür macht Terium eine Verunsicherung durch die Politik verantwortlich, die die künftigen Rahmenbedingungen für seine Branche im Unklaren lasse.

"Auf solidem Fundament"

Im Moment schultere RWE große Investitionen über Partnerschaften und gemeinsame Projekte, sagte Terium. Wie seine Konkurrenten Eon, EnBW und Vattenfall ringt der Konzern mit dem Absturz der Börsenstrompreise durch das größere Ökostrom-Angebot und mit den Kosten des beschlossenen Atomausstiegs. RWE stehe dennoch auf einem soliden Fundament, sagte Terium weiter: "Das Unternehmen ist durchfinanziert. Die Liquidität bis zum Ende der Dekade ist gesichert."

Dennoch kommen auf den Konzern hohe Belastungen zu. Noch ist unklar, wie genau die Kosten für den Abriss der Kernkraftwerke und die Endlagerung des Atommülls aufgeteilt werden. "Ein amerikanischer Investor, der heute einen Euro in RWE steckt, hat keine Sicherheit, dass dieses Geld tatsächlich in Wachstum fließt oder die Politik die Rahmenbedingungen so verändert, dass der Euro woanders hingehen muss", kritisierte Terium. Mit der Energiewende wird im Jahr 2022 das letzte deutsche Kernkraftwerk abgeschaltet.

Beteiligung an Amprion

In der Sparte für erneuerbare Energien laufe es dagegen gut. Rückblickend hätte Terium aber lieber "früher und mehr" in dieses Geschäft investiert. Allerdings profitiert RWE auch vom damit verbundenen Netzausbau. Die Verteilnetze in Europa brächten ein "sehr auskömmliches Ergebnis, und sie wachsen. Jedes Solarpanel, das wir ans Netz anschließen, bringt Rendite", sagte Terium.

So drückt die Schuldenlast den Konzern heute nicht mehr ganz so stark. Ein Verkauf der 25-Prozent-Beteiligung am Stromnetzbetreiber Amprion stehe nicht auf der Tagesordnung, sagte Terium. - eine Trennung von der Atomgesellschaft Urenco dagegen schon.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.