Sanierung im Hallenbad dauert voraussichtlich bis Ostern
"Drunter, drüber, nur nicht weiter"

Nicht nur das Wasser fehlt, auch die Fliesen. Vermutlich werden die Handwerker noch Monate zu tun haben, bis es so weit ist. Bild: do
Eschenbach. (do) Es läuft nicht rund bei der Schwimmhallen-Sanierung. Spötter frotzeln vom "Berlin-Airport-Hallenbad", Schüler, Lehrer und Schwimmer spekulieren nicht über den Tag, sondern übers Jahr der Wiedereröffnung. Im Herbst 2014 sollte das runderneuerte Bad in Betrieb gehen. Die geplante Bauzeit von nur einem Jahr erwies sich aber als zu ehrgeizig. Im Oktober verschob der Landkreis den Termin auf 7. Januar.

Kein Angebot

Ein Blick in die Baustelle lässt erahnen, dass die Schüler noch Monate auf den Schwimmunterricht in ihrem Bad verzichten müssen. Nur die Umkleiden, die Installationsarbeiten in den Duschen, Fliesenarbeiten und die eingebaute Schwimmbad-Technik nähren die Hoffnung auf zügigen Baufortschritt. Glaubt man jedoch der Einschätzung eines Handwerkers, "wird's wohl Pfingsten werden", bis der erste Schwimmer seine Bahnen ziehen kann.

Optimistischer kalkuliert das Landratsamt: "In den Osterferien" soll es soweit sein, heißt es in einer Mitteilung. Bei den Ausschreibungen für Ausstattung und Bodenhülsen habe das Amt kein Angebot erhalten, und musste erneut ausschreiben. Dies verzögerte Estrich- und Fliesenarbeiten. Hinzu seien "unvorhergesehene technische Probleme des vorhandenen Bauzustandes" gekommen. Estrich und Fliesen im Foyer wollte die Bauabteilung erhalten.

"Es stellte sich aber heraus, dass der Estrich durchfeuchtet und mit Reinigungsmitteln durchsetzt war, weshalb eine Erneuerung erforderlich war", heißt es in der Erklärung aus dem Landratsamt. Allein diese Mehrarbeit hätten 30 000 Euro extra gekostet. Zusätzliche Betonsanierung an den Fassadenpfeilern und zusätzlicher Aufwand bei den Abbrucharbeiten schlugen demnach mit je 10 000 Euro zu Buche. Trotz der Mehrkosten ändere sich an der Kostenkalkulation nichts: 4,5 Millionen Euro veranschlagt das Amt weiterhin.

Oberstudiendirektor Dr. Knut Thielsen ist über die Verzögerung unglücklich. Er sieht die Probleme vor allem bei den Zuständen auf der Baustelle. Die seien "unerträglich". Der Chef des Gymnasiums beobachtet täglich die Arbeiten und kommt zu einer vernichtenden Bewertung: "Auf der Baustelle herrscht Inkompetenz, die macht mich sprachlos." Im Bad gehe der Glaube an die deutsche Gründlichkeit sprichwörtlich baden. "Alles geht drunter und drüber, nichts geht weiter". Die Verzögerung belaste den Unterricht enorm. "Die Schüler müssen in die Bäder nach Auerbach und Pegnitz transportiert werden". Das koste den Landkreis Geld, den Schülern Zeit. In Schutz nimmt der Schulleiter ausdrücklich das Landratsamt: "Für die Belange der Schule gibt es offene Ohren" und "Für die Missstände sind andere verantwortlich".

Unpünktliche Firma

Über die Bauverzögerungen murren mittlerweile auch Kreisräte, im Gremium kursieren weitere Begründungen für die Verzögerung. Aus dem Umfeld des Bauausschusses heißt es, dass eine unpünktliche Münchner Baufirma für die längere Bauzeit mitverantwortlich sei. Nachtragsforderungen sollen zu Streit zwischen den Beteiligten geführt haben.

Die Sanierung des Hallenbads ist derzeit das größte Hochbauprojekt des Landkreises. Das in die Jahre gekommene Hallenbad erhält eine Rundum-Auffrischung. Das Bad bekommt eine aufwendige Innensanierung, moderne Badtechnik, neue Sanitäranlagen und eine technische und optische Aufwertung des Schwimmbeckens. Rechnung trägt der Landkreis der Wellnesswelle durch eine neue Dampf-Grotte. Eine Neuausrichtung erfährt die energetische Versorgung. Die neue Folienkonstruktion des Daches soll hohen Anforderungen an die Wärmeisolierung gerecht werden.
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