Schädlingsbekämpfer gegen Eichenprozessionsspinner: Spezialfirma saugt Krone ab
Raupennester weggesaugt

Eine Spezialfirma aus Nürnberg ist dem Eichenprozessionsspinner bei Speckmannshof zu Leibe gerückt. Drei Stunden lang saugten Andreas Igelart (rechts) und sein Kollege die Nester des Schmetterlings aus der Krone der befallenen Eiche ab. Bild: Steinbacher

Amberg. (upl) Die Eiche zwischen Speckmannshof und Lengenloh ist schon ziemlich kahlgefressen. Seit Mittwoch ist der Baum den Schädling los, der ihm so zugesetzt hat. Für 1800 Euro saugte eine Spezialfirma die komplette Krone ab.

Speckmannshof, 9.30 Uhr. Ein leichter Landregen geht nieder. "Ideales Wetter für unser Vorhaben", sagt der Baumkontrolleur der Stadt, Michael Berschneider. Wenn es regnet, ist der Eichenprozessionsspinner für den Menschen nicht ganz so gefährlich. Trotzdem haben der aus Nürnberg angeforderte Kammerjäger Andreas Igelhart und sein Kollege Schutzanzüge an und Gesichtsmasken auf. Keiner möchte mit den Härchen der Raupe in Berührung kommen. Sie rufen allergische Reaktionen hervor, verursachen Brennen und Juckreiz auf der Haut.

Saugrohr in der Krone

Die beiden Schädlingsbekämpfer platzieren ein Sauggerät auf einer Hebebühne. Hydraulisch gesteuert dringen sie mit einem zwei Meter langen Rohr in die Baumkrone vor und saugen die Nester des Insekts ein. "Ich gehe davon aus, dass wir das in Zukunft öfter machen müssen", sagt Berschneider. Auch an anderen Orten im Stadtgebiet sei der Schmetterling bereits gesichtet worden. Dabei war der Eichenprozessionsspinner bis vergangenes Jahr nie ein Thema in Amberg.

Zuerst immer an Straßen

2014 musste die Stadt zum ersten Mal das Umfeld eines Baumes absperren lassen. Betroffen war eine Eiche nur etwa 500 Meter entfernt, direkt an der Bundesstraße 299. "Das passt exakt zum Ausbreitungsmuster des Schädlings", erklärt der Experte. Bisher sei der Eichenprozessionsspinner hauptsächlich in Franken aufgetreten. "Der aggressive Schmetterling verbreitet sich über die Verkehrswege, fährt quasi mit den Lastwagen mit." Typisch sei deswegen auch der Befall der Baumgruppe an der Staatsstraße bei Neubernricht. Dort dauert die Sperrung noch an.

Ab morgen wieder frei befahrbar

Die Straße zwischen Speckmannshof und Lengenloh ist ab morgen wieder frei befahrbar. Rund 1800 Euro hat das Absaugen laut Berschneider gekostet. "Ich fürchte, dass uns die Raupe in den nächsten Jahren noch einiges an Geld kosten wird", sagt der Baumkontrolleur. Zuständig für die Schädlingsbekämpfung ist immer der Eigentümer des Baumes. Gut möglich, dass in den nächsten Jahren auch Privatleute unter Zugzwang kommen.
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