Schwarzer Tag
K+S-Chef angeklagt

K+S-Vorstandschef Norbert Steiner (links) und Ralf Bethke, Vorsitzender des Aufsichtsrats. Archivbild: dpa

Schwarzer Tag für K+S: Die Staatsanwaltschaft klagt Konzernchef Steiner und den Aufsichtsratsvorsitzenden Bethke wegen Gewässerverunreinigung an. Wenige Stunden zuvor hatte die Deutsche Börse entschieden, den Konzern aus dem Dax zu werfen.

Kassel/Meiningen. Weil der Salz- und Kali-Produzent K+S über Jahre Trinkwasser mit Salzabwasser verunreinigt haben soll, sind K+S-Chef Norbert Steiner und der Aufsichtsratsvorsitzende Ralf Bethke angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft in Meiningen (Thüringen) wirft ihnen Gewässerverunreinigung und unerlaubten Umgang mit Abfällen vor. Angeklagt sind insgesamt 14 K+S-Mitarbeiter, darunter auch weitere Vorstandsmitglieder, sowie zwei Mitarbeiter und ein ehemaliger Mitarbeiter des Thüringer Landesbergamtes. K+S wollte sich dazu am Freitag nicht äußern.

Es geht um 9,5 Millionen Kubikmeter Salzabwasser, die K+S in eine poröse Gesteinsschicht unter der Gemeinde Gerstungen (Thüringen) gepumpt haben soll. Das Salzabwasser fällt bei der Kali-Produktion für Düngemittel an. Die Genehmigung für die Versenkung erteilte das Landesbergamt.

Der Staatsanwaltschaft zufolge muss K+S und der Behörde bewusst gewesen sein, "dass die Genehmigungen rechtlich nicht zu vertreten gewesen sind". Zudem habe den Beteiligten klar sein müssen, dass einige Gutachten falsch seien. Diese Gutachten waren zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Verunreinigung des Grundwassers auszuschließen sei und ein Anstieg des Salzgehaltes in einigen Messstellen nichts mit der Versenkung zu tun habe. Das Unternehmen hält die Vorwürfe für unbegründet und die erteilten Genehmigungen für rechtmäßig. Das Landgericht Meiningen muss nun prüfen, ob es ein Hauptverfahren eröffnet.

Die Staatsanwaltschaft weist in der Anklage ebenfalls darauf hin, dass bei K+S "die durch diese Vorgehensweise erlangten Vorteile bzw. Gewinne" abgeschöpft würden. Einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge soll es sich um rund 325 Millionen Euro handeln. Die Staatsanwaltschaft wollte die Zahl nicht kommentieren. K+S betonte, das Unternehmen sei von der Rechtmäßigkeit seines Handelns überzeugt. K+S ist der größte Salzhersteller der Welt und verkauft außer Speisesalz vor allem Auftausalz für die Straßensicherheit. Den Großteil des Gewinns macht der Konzern (rund 14 000 Mitarbeiter) allerdings mit der Produktion von Kali als Dünger für die Landwirtschaft.

Abstieg aus der ersten Börsen-LigaDas Medienunternehmen Prosieben-Sat1 rückt in den Dax auf. Dort ersetzt es die Aktien von K+S, die ihrerseits in den MDax absteigen werden. Das teilte die Deutsche Börse in der Nacht zum Freitag mit.

Nach Angaben der Deutschen Börse wird zudem der Möbelgigant Steinhoff, zu dem unter anderem der Händler Poco gehört, in den Index der mittelgroßen Werte aufgenommen. Vom Kleinwerte-Index SDax steigen zudem die Anteilsscheine des Immobilienunternehmens Alstria Office Reit in den MDax auf. Ihren Platz in dem Index räumen müssen dafür der Stahlhändler Klöckner & Co sowie der Autozulieferer ElringKlinger.

Auch im Technologiewerte-Index TecDax wird es zwei Neuerungen geben: Der 3-D-Metalldruckerhersteller SLM Solutions und der Halbleiterausrüster Süss Microtec werden die Plätze des IT-Dienstleisters QSC und des Elektronikspezialisten LPKF einnehmen.

Die Wechsel werden am Freitag, 18. März, nach Handelsschluss vorgenommen und zum Montag, 21. März wirksam. Die Zusammensetzung des Dax und anderer Indizes wie dem MDax oder dem TecDax wird vom Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse in der Regel alle drei Monate überprüft. (dpa)
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