Schweinemäster in Hochstimmung
Große Grillnachfrage lässt Fleischpreise steigen

Für die Schweine kein Grund zur Freude - für ihre Mäster schon: Unter anderem weil mehr gegrillt wird und die Nachfrage nach Schweinefleisch steigt, steigen auch die Preise, und die Erzeuger verdienen besser. Bild: dpa

Damme. Die Grillsaison hilft den Schweinemästern aus dem Preistief. Nach längerer Durststrecke freuten sich die Erzeuger jetzt wieder über gestiegene Erlöse. Das sagte der Marktexperte der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands, Matthias Quaing, der Deutschen Presse-Agentur. Auch Gastronomie und Grillen rund um die Übertragungen der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich spielten eine Rolle bei der zunehmenden Nachfrage nach Schweinefleisch: "Die Preise haben seit Mai ganz gut angezogen."

1,50 Euro pro Kilo


Im Moment habe sich der Schlachtpreis bei 1,50 Euro pro Kilogramm eingependelt - im Februar lag er noch bei 1,24 Euro. Allerdings rechnet Quaing nicht mit einem weiteren Anstieg. "Die Schlachtunternehmen bremsen ein wenig und versuchen, die Preisentwicklung zu begrenzen."

Weniger Schlachtungen


Hingegen sagte Tim Koch von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft in Bonn, ob sich wirklich Sondereffekte durch ein Sport-Großereignis wie die Fußball-Europameisterschaft nachweisen ließen, sei eher zweifelhaft: "Es ist ganz normal, dass im Sommer gegrillt wird." Entsprechend gingen die Preise ein bisschen hoch.

Auch bei Geflügelfleisch gebe es in der Grillsaison eine höhere Nachfrage, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft, Friedrich-Otto Ripke. Vor allem Hähnchen seien dann gefragt. "Die Europameisterschaft sorgt sicherlich auch dafür, dass mehr gegrillt wird", ergänzte er.

Die wieder anziehenden Schlachtpreise für Schweine haben nach Angaben von Verbandsvertreter Quaing noch zwei weitere Gründe. Einmal sei die Nachfrage nach Schweinefleisch aus Asien deutlich gestiegen. "Allein nach China sind in den ersten Monaten 2016 fast 80 Prozent mehr Schweinefleisch geliefert worden als im Jahr 2015." Das gleiche den wegen des Embargos gesperrten russischen Markt wieder aus.

Zugleich sei das Angebot an Schweinefleisch insgesamt gesunken. Im ersten Quartal 2016 seien 2,5 Prozent weniger Schweine geschlachtet worden als im Vorjahreszeitraum. Mit einem Anstieg der Produktion angesichts der besser gewordenen Preise rechne er aber nicht. Die Schweinehalter freuten sich über den Aufwärtstrend der Preise. Um kostendeckend zu produzieren, benötigten sie aber einen Schlachtpreis von 1,60 Euro.

Allein nach China sind in den ersten Monaten 2016 fast 80 Prozent mehr Schweinefleisch geliefert worden als im Jahr 2015.Matthias Quaing von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands
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