Schweiz stoppt "Pizza-Grenzverkehr"

Schnell mal eine Pizza in Deutschland zu bestellen, ist für Schweizer kaum möglich. Die Bedenken des eidgenössischen Zolls sind zu groß. Bild: dpa
Nach monatelangen Gesprächen hat die Schweizer Zollbehörde eine unbürokratische Regelung für den kleinen "Pizza-Grenzverkehr" aus Deutschland abgelehnt. Der Berner Oberzolldirektor Rudolf Dietrich entschied, "dass sich eine "Pizza-Sonderlösung" nicht rechtfertigen lasse". Dabei gehe es nicht nur um Zollabgaben, sondern auch um Lebensmittelvorschriften und agrarpolitische Bestimmungen. Wettbewerbsverzerrungen zulasten von Schweizer Anbietern müssten verhindert werden. Die Pizza bei Lieferdiensten in der Schweiz komme deutlich teurer, hatte die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) bereits vor einem Jahr festgestellt.

Die IHK Hochrhein-Bodensee zeigte sich enttäuscht: Da es die größte Nachfrage nach Pizza-Bestellungen am Abend gebe, also außerhalb der Öffnungszeiten des Zollamts, "kommt die Praxis einem Exportverbot gleich".

Der Schweizer Zoll will mit einer Regelung für Pizza-Kuriere keinen Präzedenzfall schaffen - denn dann könnten "auch Bäckereien, Apotheken, Cateringfirmen, Handwerker und nicht zuletzt auch die Kurierfirmen und die Post ähnliche Begehren stellen", erklärte der Oberzolldirektor.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Pizza-Kuriere gibt es aber noch: Auch wenn der Handlungsspielraum nicht sehr groß sei, "haben wir das Anliegen eines vereinfachten Zollverfahrens für Kleinsendungen aus Detailhandelsunternehmen in unsere ständigen Bestrebungen der Optimierung der Zollverfahren aufgenommen".
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