Schweizer Notenbank gibt festes Kursziel der Landeswährung Knall auf Fall auf
Freier Franken schockt Börsen

Völlig überraschend hat die Schweizerische Nationalbank am Donnerstag die Kopplung des Franken an den Euro aufgehoben. Bild: dpa
Die Schweiz hat völlig überraschend die Kopplung ihres Franken an den Euro aufgehoben und damit Turbulenzen an den Finanzmärkten ausgelöst. Seit mehr als drei Jahren galt ein Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro, der die heimische Währung künstlich billig machen sollte, um Schweizer Exporteuren zu helfen.

Die Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom Donnerstag ließ den Aktienmarkt in Zürich einbrechen. Der Franken wurde massiv teurer gehandelt. Die Börsen gingen auch anderswo auf Achterbahnfahrt.

Der Euro fiel zwischenzeitlich auf 1,1575 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit November 2003. Die Finanzmärkte wurden vom spektakulären Schritt der Schweizer auf dem falschen Fuß erwischt. Der deutsche Leitindex Dax und andere europäische Börsen knickten kurzfristig ein. Die Wogen glätteten sich aber kurz darauf wieder. Analysten fanden drastische Worte, sie sprachen von einem "Schocker", gar von einer "Kapitulation" der Notenbank. Auch deren Glaubwürdigkeit wurde in Frage gestellt. Eingeführt hatte die SNB den Mindestkurs in der heißen Phase der Euro-Schuldenkrise. SNB-Chef Thomas Jordan rechtfertigte die überraschende Aufgabe des Franken-Mindestkurses. Ein Festhalten an dem Kursziel hätte auf lange Sicht keinen Sinn ergeben. "Der Ausstieg musste überraschend erfolgen", erklärte er.
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