Siemens-Vorstand verlängert Vertrag nicht
Russwurm geht

Siegfried Russwurm. Bild: Siemens

München. Der Siemens-Technikvorstand Siegfried Russwurm verlässt das Unternehmen. Völlig überraschend teilte der Konzern am Freitag mit, der 53-Jährige und der Aufsichtsrat hätten sich "absolut einvernehmlich" darauf geeinigt, seinen Ende März 2017 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Russwurm erklärte, er wolle sich "auch möglichen neuen Herausforderungen nicht verschließen".

Der promovierte Ingenieur hatte 1992 bei der Siemens-Medizintechnik angefangen und gehört seit 2008 dem Konzernvorstand an. Dort hatte er den wichtigen Industriesektor geleitet, inzwischen soll er als oberster Technikchef Digitalisierung und Innovationen vorantreiben und ist zudem für die Medizintechnik, den Nahen Osten und das Russland-Geschäft zuständig. Sein Verhältnis zu Siemens-Chef Joe Kaeser gilt als professionell. Kaeser lobte "die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit der vergangenen Jahre" Aufsichtsratschef Gerhard Cromme sagte, Russwurm habe "das Unternehmen in vielen Bereichen entscheidend mit geprägt. Dafür meinen herzlichen Dank und meine Anerkennung." Er gilt als möglicher Kandidat für den Chefposten beim Gasekonzern Linde. Dieser sucht nach einem Nachfolger für Vorstandschef Wolfgang Büchele, der seinen Ende April auslaufenden Vertrag nicht verlängert. Linde steht nach der gescheiterten Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair und dem Abgang von Vorstands- und Finanzchef vor einem Neubeginn.
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