Sonnen-Ernte: gemischte Bilanz

Wie hier in Amberg sind auf zahlreichen Dächern der Oberpfalz Photovoltaik-Anlagen installiert. Die gesetzlichen Vorgaben ermöglichen eine gewisse Verlässlichkeit bei der Rendite-Berechnung. Bild: Huber

Der Super-Sommer erfreute die Besitzer von Photovoltaik-Anlagen nur teilweise: Juli und August brachten zwar meist eine leicht höhere Einspeisung. Die Sonnen-Ernte wäre aber weit ertragreicher ausgefallen, wenn es die Temperaturen nicht so gut gemeint hätten.

Regensburg. (cf) "Bei 30 bis 35 Grad kommt es zu Leistungseinbußen", stellt der stellvertretende Pressesprecher des Bayernwerks, Christian Martens, fest. Insgesamt erzeugen derzeit rund 45 000 Photovoltaik-Anlagen in der Oberpfalz Sonnen-Strom, in Bayern sind es 255 000: auf Hausdächern, Scheunen, Industriehallen oder Freiflächen. Mit etwa 80 000 Anlagen ist in Niederbayern das Gros der Photovoltaik installiert, dicht gefolgt von Oberbayern mit 75 000 Anlagen. In Unter- und Oberfranken sind es jeweils 25 000.

Neuer Spitzenwert

"Die hohe Einspeise-Leistung - gerade in der Nieder- und Mittelspannung - deckt inzwischen komplett den regionalen Strombedarf", sagt Martens. Einzelne Gebiete könnten sich selber versorgen. Der Sommer-Monat Juni bescherte einen neuen Rekord an Photovoltaik-Einspeisung. Mit 4486 Megawatt toppte der 6. Juni den bisherigen Spitzenwert am 19. April mit 4400 Megawatt im Bayernwerknetz. Diese Sonnen-Leistung entspricht etwa vier konventionellen Großkraftwerken. Die hohe Einspeisung forderte auch die Netzleitstellen des Unternehmens in Neunburg vorm Wald (Kreis Schwandorf) und Dachau in besonderem Maße heraus.

Um die Stabilität und das Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch im Netz sicherzustellen, wird der im Bayernwerk-Netz nicht benötigte Strom in die vorgelagerten Höchstspannungsnetze der Tennet geleitet. In der Spitze waren dies 2100 Megawatt - auch das ist bislang ein Rekordwert. Der 19. April und 6. Juni 2015 warteten jeweils mit hervorragenden PV-Einspeise-Bedingungen auf: Den ganzen Tag über herrschte Sonnenschein bei sehr klarer Luft und vergleichsweise gemäßigten Außentemperaturen.

Beim Stromverbrauch in diesem heißen Sommer kam es nach Aussage von Martens "trotz der vielen laufenden Klimageräte" nicht zu spürbaren Ausschlägen. "Wegen der zahlreich eingeschalteten Lichtquellen ist der Stromverbrauch im Winter üblicherweise höher."
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