Sonniger Herbst
Aufschwung am Arbeitsmarkt

Im Herbst geht es am Arbeitsmarkt aufwärts: Die Zahl der Jobsucher in Bayern ist wieder gesunken. Auch für das Gesamtjahr erwarten die Experten einen Rückgang - die Auswirkungen der Flüchtlingskrise fallen geringer als aus zunächst befürchtet.

Nürnberg. Aufgrund der Herbstbelebung ist die Arbeitslosigkeit in Bayern weiter zurückgegangen. Die Zahl der Jobsucher sank im September um knapp 3900 auf etwa 245 600. Das teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mit. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 3200 arbeitslose Männer und Frauen weniger. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum August um 0,1 Punkte auf 3,4 Prozent - das ist die beste Quote unter den Bundesländern.

Bundesweit waren bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg im September 2,608 Millionen Erwerbslose registriert. Das waren 77 000 Erwerbslose weniger als im August, und 100 000 weniger als im Vorjahr. Damit ging die Arbeitslosigkeit etwas weniger stark zurück als in den vergangenen drei Jahren. Trotzdem ist es die niedrigste Erwerbslosigkeit in Deutschland seit März 1991. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 5,9 Prozent.

Üblicher Rückgang


In Bayern rechne seine Behörde für das gesamte Jahr mit durchschnittlich 251 700 Arbeitslosen, sagte der Chef der Regionaldirektion, Markus Schmitz. Das wären 4800 Erwerbslose weniger als 2015. Die Auswirkungen der Flüchtlingskrise auf den Arbeitsmarkt seien damit geringer als angenommen. Auch für 2017 seien die Prognosen positiv: Demnach werde die Arbeitslosigkeit in Bayern sogar die Marke von durchschnittlich 250 000 unterschreiten.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im September sei für die Jahreszeit üblich. Das Ende der Sommerferien und der Beginn des Ausbildungsjahres machten sich vor allem bei den Jüngeren unter 25 Jahre bemerkbar. Im Vergleich zum Vorjahr fielen die Rückgänge heuer jedoch geringer aus. Ein Grund sei, dass sich inzwischen viele junge Flüchtlinge arbeitslos melden. Dennoch sei der Arbeitsmarkt in Bayern weiter "gesund, robust und aufnahmefähig".

Arbeitslose Flüchtlinge


Etwa 45 800 geflüchtete Menschen waren im September in Bayern als arbeitssuchend gemeldet, rund 1700 mehr als im August. Bundesweit waren 367 000 Flüchtlinge als arbeitssuchend gemeldet, 157 000 davon als arbeitslos (Bayern: rund 17 000). Nach aktuellen Zahl der BA hatten im Juli 105 000 Menschen aus den acht wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern eine reguläre Arbeit gefunden.

Dass die steigende Zahl der Flüchtlinge sich bislang nicht stärker in der Arbeitslosenstatistik niedergeschlagen hat, liegt nach BA-Darstellung an der großen Zahl der Integrationskursteilnehmer unter den Asylbewerbern. Sie würden zwar von den Jobcentern betreut, aber zunächst nicht als Arbeitslose eingestuft. Zähle man sie und andere Teilnehmer beruflicher Aus- und Fortbildungsmaßnahmen hinzu, läge die Zahl der Arbeitslosen im September deutlich höher - nämlich bei 3,523 Millionen.

Oberpfalz SüitzenreiterDie Arbeitslosenquoten sind im September in den meisten bayerischen Regierungsbezirken im Vergleich zum Vormonat konstant geblieben. Lediglich Unterfranken und Schwaben verzeichneten leichte Verbesserungen. Im Vergleich zum Vorjahr entwickelte sich die Situation recht unterschiedlich: In Oberbayern, Ober- und Mittelfranken sowie Schwaben gingen die Quoten leicht zurück, in Niederbayern und Unterfranken stiegen sie. Hauptgrund sei hier die zunehmende Zahl arbeitsloser Flüchtlinge, hieß es von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit.

An der Spitze der Regierungsbezirke steht im September erneut die Oberpfalz mit einer Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent. Mittelfranken hat als Schlusslicht eine Quote von 4,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es hier jedoch die größte Verbesserung - um 0,2 Punkte. (Die Quoten beziehen sich auf alle zivilen Erwerbspersonen)

Oberbayern: 83 283, 3,3 Prozent (September 2015: 3,4 Prozent)

Niederbayern: 21 667, 3,2 Prozent (September 2015: 3,1 Prozent)

Oberpfalz: 18 984, 3,1 Prozent (September 2015: 3,1 Prozent)

Oberfranken: 22 526, 3,8 Prozent (September 2015: 3,9 Prozent)

Mittelfranken: 41 091, 4,2 Prozent (September 2015: 4,4 Prozent)

Unterfranken: 25 295, 3,4 Prozent (September 2015: 3,3 Prozent)

Schwaben: 32 789, 3,2 Prozent (September 2015: 3,3 Prozent)

Bayern gesamt: 245 635, 3,4 Prozent (September 2015: 3,5 Prozent)
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