SPD unterstützt streikende Post-Mitarbeiter - Verlust an Kunden
Auf Seite der Arbeitnehmer

Manuela Schwesig, Bundesfamilienministerin und stellvertretende SPD-Vorsitzende, sprach am Mittwoch in Berlin auf einer Streikversammlung von Post-Beschäftigten. Bild: dpa
Die SPD schlägt sich im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post auf die Seite der Arbeitnehmer. "Wenn wir das Gefühl haben, dass man aus guten Tarifverträgen aussteigt und Tarifflucht begeht, dann ist es Zeit, dass wir uns einmischen", sagte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig am Dienstag auf einer Streikkundgebung in Berlin. Die Gewerkschaft Verdi hatte der Post Einschüchterung von Streikenden vorgeworfen. SPD-Chef Sigmar Gabriel habe sich daher an den Post-Vorstand gewandt und "darauf aufmerksam gemacht, dass man sich an die Regeln hält", sagte Schwesig.

Millionen Lieferungen verzögern sich jeden Tag. Aktionärsschützer kritisieren den Streik. "Je länger der Streik geht, umso mehr überlegen Kunden, zur Konkurrenz zu wechseln", sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler, am Dienstag. "Damit treibt Verdi die Kunden der Post in die Hände der Mitbewerber, die vielfach eher nur Mindestlohn zahlen." Die täglichen Kosten der Post für den Streik - etwa für zusätzliche Leiharbeiter - gehen nach Schätzung von Experten in den einstelligen Millionenbereich. Viel schmerzhafter als der unmittelbare Schaden ist nach Tünglers Einschätzung aber der Imageverlust.
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