Sportartikel statt Konsumgüter
Henkel-Chef Rorsted wechselt zu Adidas

Hans Van Bylen. Archivbild: dpa

Acht Jahre lang hat Kasper Rorsted den Düsseldorfer Konsumgüterhersteller Henkel auf Erfolg getrimmt und den Börsenwert verdreifacht. Jetzt soll er dem Sportartikelhersteller Adidas zusätzlichen Schwung geben.

Düsseldorf/Herzogenaurach. Nach acht Jahren verlässt Henkel-Chef Kasper Rorsted den Düsseldorfer Konsumgüterhersteller und übernimmt die Leitung von Europas größtem Sportartikelhersteller Adidas. Anfang Oktober soll Rorsted den Chefsessel übernehmen. Seinen Posten bei Henkel übergibt er Ende April an den bisherigen Chef der Kosmetiksparte, Hans Van Bylen. Das teilten die Konzerne am Montag mit.

Der 53-jährige Däne Rorsted hatte die Leitung von Henkel 2008 in einem schwierigen Marktumfeld übernommen und Umsatz und Profitabilität deutlich gesteigert. Der Börsenwert des Konzerns sei seit seinem Amtsantritt "um mehr als das Dreifache" gestiegen, lobte die Aufsichtsratsvorsitzende Simone Bagel-Trah die Verdienste des scheidenden Managers. Rorsteds Vertrag bei Henkel lief eigentlich noch bis Ende 2017. Doch war dem Dänen, einem leidenschaftlichen Läufer, Skifahrer und Fußball-Fan, schon seit längerer Zeit nachgesagt worden, er suche neue Aufgaben. Der Wechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem Henkel einerseits mit Rekordzahlen glänzt, andererseits aber auch Baustellen im Unternehmen vorhanden sind. So belastet die Russland-Krise den Konsumgüterhersteller. Zudem schwächelte zuletzt das Wachstum in der Klebstoffsparte. Im Oktober kündigte der Konzern den Abbau von 1200 Stellen in diesem Bereich an.

Für Adidas beendet die Berufung von Rorsted schnell die Nachfolgediskussion. Firmenchef Herbert Hainer hatte erst kürzlich seinen Vertrag um eineinhalb Jahre bis zum Frühjahr 2017 verlängert, "damit der Aufsichtsrat genügend Zeit hat, um den besten Kandidaten für das Unternehmen zu finden". Nun soll es allerdings schneller gehen. In einer außerordentlichen Sitzung berief der Aufsichtsrat Rorstedt mit Wirkung zum 1. August in den Vorstand. Ab dem 1. Oktober soll Rorsted dann den Vorsitz des Gremiums übernehmen. Hainer, unter dessen Führung sich der Umsatz der Adidas-Gruppe verdreifachte und der Gewinn sogar vervierfachte, scheidet dann aus der Führung aus.

Bei Henkel ermöglicht es der überraschend kurzfristige Wechsel dem designierten neuen Vorstandsvorsitzenden Van Bylen, bereits der anstehenden Entwicklung der Strategie für die Jahre 2017 bis 2020 seinen Stempel aufzudrücken. Der neue Henkel-Chef ist Belgier, verheiratet und hat drei Kinder. Er ist ein Jahr älter als Rorsted und arbeitet seit 1984 für das Unternehmen.
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