Sportartikelkonzern schließt bei US-Tochter Läden und baut Stellen
Adidas verordnet Reebok Fitnesskur

Schon seit Jahren ist Reebok das Sorgenkind von Adidas.

Herzogenaurach. Der neue Adidas-Chef Kasper Rorsted will die schwächelnde US-Tochter Reebook mit einer Schrumpf- und Fitnesskur profitabler machen. Dabei soll die Zahl der Mitarbeiter in der Reebok-Zentrale in Boston von 950 auf 650 sinken; 150 Mitarbeiter würden in die US-Zentrale von Adidas in Portland wechseln, 150 Jobs sollten wegfallen, sagte Rorsted am Donnerstag bei der Zahlenvorlage für das dritte Quartal. Auch im Vertrieb will Rorsted die Tochter neu aufstellen. Die Zahl der 120 Reebok-Fabrikverkaufsläden in Nordamerika soll halbiert werden. Auch von den betriebenen 13 bis 15 eigenen Länden soll nur etwa die Hälfte erhalten bleiben, kündigte Rorsted an. "Stattdessen wollen wir den Fokus wieder darauf richten, das Geschäft mit unseren Großhandels-Partnern auszubauen". Einen Zeitplan nannte er nicht.

Kaum Angaben machte Rorsted auch zu der hinter diesen Maßnahmen stehenden Geschäftsstrategie. Er sagte lediglich: "Mit diesen Entscheidungen geben wir Reebok mehr Freiheit, global zu operieren, verbunden mit mehr Verantwortung speziell im US-Geschäft." Reebok war im dritten Quartal mit einem Umsatzplus von lediglich sieben Prozent deutlich geringer gewachsen als die Konzernmutter. Festhalten will Rorsted an dem von Vorgänger Hainer eingefädelten Verkauf der Golfmarken TaylorMade, Adams und Ashworth. Die Adidas-Golfsparte hatte zuletzt unter der geringeren Attraktivität des Sports vor allem in den USA gelitten. Im dritten Quartal hatten vor allem florierende Geschäfte in Westeuropa, Nordamerika und China bei Adidas für steigende Umsätze gesorgt. Die entsprechenden Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 14 Prozent auf 5,413 Milliarden Euro. Gerade die Hausmarke Adidas mit ihren Sport- und Lifestyleprodukten war gefragt. Das Betriebsergebnis verbesserte sich um 11,5 Prozent auf 563 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 387 Millionen Euro - ein Plus von 23,5 Prozent.
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