Staatsanwaltschaft Regensburg ermittelt gegen falschen Schönheitschirurgen
Botox und gefälschte Approbationen

Symbolbild: dpa
Regensburg. Gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit Betrug und Missbrauch von Titeln in 110 Fällen - so lautet die Anklage gegen einen 30-jährigen Mann aus der Oberpfalz, die am 18. Januar von der Staatsanwaltschaft Regensburg erhoben wurde, wie Oberstaatsanwalt Ziegler am Donnerstag mitteilte.

Der Beschuldigte ist verdächtig, sich im Internet fälschlicherweise als plastischer Chirurg ausgegeben zu haben. Von Anfang 2013 bis August 2014 soll der 30-Jährige insgesamt 56 Patienten einer "Schönheitsoperation" unterzogen und daran rund 63.000 Euro verdient haben.

Auf seiner öffentlich zugänglichen "Facebook"-Seite gab der Oberpfälzer an, promovierter plastischer Chirurg zu sein, woraufhin sich 56 Patienten, darunter 16 Männer, auf sein Angebot meldeten. Bei Nachfragen bezüglich seiner Qualifikation legte er gefälschte Approbationsurkunden vor. Tatsächlich hat der 30-Jährige weder Medizin studiert, noch besitzt er eine Approbation als Arzt oder einen Doktortitel.

Die Patienten wurden sowohl in seinen "Praxisräumen" in Regensburg. als auch in einer Privatwohnung in Hannover behandelt. Dabei setzte der Beschuldigte immer eine Spritze ein, mit der er überwiegend Silikon und Botox im Bereich des Gesichts injizierte. Für diese Eingriffe verlangte der Oberpfälzer zwischen 100 und 2600 Euro, insgesamt nahm er 63.000 Euro ein.

Die Tatsache, dass die Patienten im Vorfeld ihre Einwilligung zur Schönheitsoperation gegeben haben, ändert nichts an der Strafbarkeit wegen gefährlicher Körperverletzung, da sich der Beschuldigte unberechtigt als zugelassener Arzt ausgegeben hat. Mittlerweile hat, wie Ziegler mitteilt, die Taten weitgehend eingeräumt. Er befindet sich seit dem 1. Septemter 2014 in Untersuchungshaft. Ein Hauptverhandlungstermin steht noch nicht fest.
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