Stadt nimmt Stellung zu Prüfberichten: Bereits 15 Stellen weniger als 2014
Weiter auf starken Bauhof bauen

Sind die Bauhof-Fahrzeuge mangelhaft ausgelastet, wie der Prüfverband meint? Die Stadt widerspricht. Archivbild: Hartl

Weiden. (rg) Als eine der größten "Baustellen" der Stadt macht der Bayerische Kommunale Prüfverband (BKPV) den Bauhof und die Stadtgärtnerei aus. Im operativen Bereich könnten knapp 16 Stellen eingespart werden, in der Verwaltung weitere zwei, bei der Pflanzenaufzucht in der Stadtgärtnerei fünf Stellen, rechnen die Prüfer unter anderem vor. Und sie empfehlen, Leistungen zurückzufahren und mehr Aufträge an Privatunternehmen zu vergeben.

Das aber ist einfacher gefordert als umgesetzt, entgegnet die Verwaltung. Im Finanzausschuss nimmt sie heute (14.30 Uhr, Neues Rathaus) detailliert Stellung zu den Kritikpunkten. Im Jahr 2014 hat sich laut Vorlagebericht bereits einiges getan: Geht der BKPV von 165 Mitarbeitern aus, waren es zum 1. Januar 2015 nur noch 150 (145 Vollzeitstellen). Davon "12,78 Handwerker" - statt 14 angenommenen. Die würden vornehmlich bei Schulen "überdurchschnittlich" oft eingesetzt, monieren die Prüfer. Die Stadt dazu: "Vor dem Hintergrund eines erheblichen Sanierungsstaus beim städtischen Hochbauvermögen ist eine Reduzierung der Anzahl (...) grundsätzlich nicht geboten." Im Gegenteil - einem anderen Gutachten zufolge solle die "Inhouse-Erledigung von Aufgaben tendenziell noch ausgeweitet werden". 2014 sei dennoch eine Schreinerstelle eingespart worden.

Für den Straßenunterhalt und Winterdienst errechnet der BKPV einen Personalbedarf von 21,92 Kräften - fast vier weniger, als in der Vergangenheit tatsächlich eingesetzt waren. "Organisationsoptimierungen" wirkten sich laut Verwaltung bereits 2014 aus: Nur noch "20,09 Gesamtkräfte" hätten in dem Bereich gearbeitet. "Eine weitere Personalreduzierung kann auch im Hinblick auf den erheblichen Sanierungsstau beim städtischen Infrastrukturvermögen fachlich nicht befürwortet werden." An anderer Stelle heißt es: "Dass generell Leistungen bei Fremdvergabe, wie vom BKPV erwartet, kostengünstiger erbracht werden können, können wir so grundsätzlich fachlich nicht teilen."

Aufwendige Kopfweiden

Für die Stadtgärtnerei (ohne Gewächshaus) räumt die Stadt einen "theoretisch örtlich höheren Einsatz von 1,72 Normalkräften" ein. Allerdings schätze der Prüfverband den Pflegeaufwand zu niedrig ein. "So sind in Weiden u. a. 650 Kopfweiden (Wappenbaum der Stadt) zu unterhalten, die einen weitaus höheren Pflegebedarf aufweisen", bemerkt die Verwaltung. Optimierung verspricht sie sich durch ein künftig neues Grünflächenmanagement. Für das Stadtbad - "frei zugänglich und sehr unterhaltungsintensiv" - prüft die Stadt "Beteiligungen örtlicher Vereine bzw. des Kioskbetreibers", um Bauhof-Aufgaben zu reduzieren. Verringern sollten sich auch die Einsätze bei Festen oder Kulturveranstaltungen. Die Zahl der Aufträge sei jedoch nur leicht zurückgegangen.

Ein anderer Kritikpunkt der Prüfer: Überdurchschnittlich viele Mitarbeiter meldeten sich krank. Aufs Normalmaß reduziert, könnten 3,5 Vollzeitstellen gekürzt werden. Die Verwaltung nennt 31,33 Krankheitstage pro Mitarbeiter und Jahr im Durchschnitt. Wobei aber auch das Durchschnittsalter mit 49 Jahren relativ hoch sei. Die hohe Krankheitsquote schränke die Flexibilität von Bauhof und Gärtnerei erheblich ein, bekennt die Stadt. Abhilfe schaffen soll eine "gewissenhafte Personalauswahl" bei Neubesetzungen sowie möglicherweise auch die "Anmietung von Leihpersonal".

Im Feuer steht insbesondere auch das Gewächshaus der Stadtgärtnerei. Wirtschaftlich oder nicht? Erst Anfang 2016 sollen weitere Daten vorliegen, etwa zur Praxis in anderen Städten. Als "nicht nachvollziehbar" bezeichnet die Stadt die BKPV-Kritik, wonach Großfahrzeuge des Bauhofs mangelhaft ausgelastet seien. Tatsächlich betrage die Auslastung der Lkw 99,5 Prozent. Die Nutzungsdauer der Fahrzeuge soll jetzt von 10 auf 15 Jahre verlängert werden.
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