Stahlsparte als Sorgenkind
Weitere Einschnitte bei Thyssenkrupp

Seit 2011 ist Heinrich Hiesinger Chef von Thyssenkrupp. Bild: dpa

Gegenwind für Thyssenkrupp: Vor allem ungelöste Probleme beim Stahl machen dem Unternehmen weiter zu schaffen. Ein neues Sparprogramm soll im kommenden Jahr vorgelegt werden.

Essen. Auch mehr als fünf Jahre nach dem Amtsantritt von Konzernchef Heinrich Hiesinger sieht sich des Essener Industriekonzern Thyssenkrupp bei seinem Umbau noch längst nicht am Ziel. Vor dem Hintergrund von andauernden Problemen vor allem in der Stahlsparte kündigte Hiesinger bei der Bilanzvorlage am Donnerstag in Essen weitere Sparanstrengungen an. Unabhängig von einer möglichen Konsolidierung werde es weitere Einschnitte bei der Traditionssparte geben. Ein entsprechendes Programm werde im Frühsommer kommenden Jahres vorgelegt.

Hintergrund der geplanten Einschnitte seien Überkapazitäten in der europäischen Stahlindustrie, betonte Hiesinger. Zum Stand der seit Monaten laufenden Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Tata machte der Konzernchef dagegen keine Angaben. Mindestanforderung für ein mögliches Zusammengehen mit Tata sei jedoch eine Lösung für die Pensionsverpflichtungen des Unternehmens in Großbritannien.

Trotz Gegenwinds auch durch einen Preisverfall im Werkstoffgeschäft sei es im zurückliegenden Geschäftsjahr jedoch gelungen, schwarze Zahlen zu schreiben. Im Geschäftsjahr 2015/16 (30. September) war der Überschuss des Konzerns um zwei Prozent auf 261 Millionen Euro zurückgegangen. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) rutschte sogar um zwölf Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro ab. Einsparungen von fast einer Milliarde Euro stabilisierten dabei das Ergebnis. Der Umsatz schmolz um 8 Prozent auf 39,3 Milliarden Euro. Die Dividende will Thyssenkrupp mit 15 Cent pro Aktie allerdings stabil halten. Die Finanzlage des Konzerns bleibt weiter angespannt. So verringerte sich im Geschäftsjahr das Eigenkapital um mehr als ein Fünftel auf 2,6 Milliarden Euro. Die Schulden stiegen um drei Prozent auf 3,5 Milliarden Euro an. Weiteres Sorgenkind im Konzern ist der Großanlagenbau, zu dem die U-Boot-Sparte gehört. Die Sparte musste im zurückliegenden Jahr einen Einbruch vor allem bei den Auftragseingängen hinnehmen.
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