"Star Wars"
Das Imperium erobert auch Kinderzimmer

Merchandising-Produkte zum neuen "Star Wars"-Film liegen in einem Disney Store in Santa Monica (USA) aus. Bild: dpa

"Star Wars" treibt nicht nur die Umsätze an den Kinokassen in die Höhe. Vom Mega-Marketing rund um den neuen Blockbuster profitiert vor allem auch die Spielwarenbranche. Sie steht zum Jahresende vor ihrem vermutlichen Höhepunkt.

Nürnberg. Der Countdown für die Kinopremiere läuft, die gigantische Marketing-Maschinerie ist längst angesprungen. Wenn "Star Wars: Das Erwachen der Macht" am Mittwoch Deutschlandpremiere feiert, hat die neue Episode bereits im Kinokartenvorverkauf alle Rekorde gebrochen. Und auch in den Kinderzimmern dürften schon einige beliebte Szenen der Sternen-Saga nachgespielt worden sein. Bis zum Oktober stiegen die Ausgaben der Deutschen für Spielwaren bei Actionfiguren und Bausätzen am stärksten. Kein Wunder: Seit September sind die ersten neuen Spielfiguren um Darth Vader und Luke Skywalker, elektronische Lichtschwerter sowie etliches mehr in den Ladenregalen.

",Star Wars' hat das Zeug zum Blockbuster im Spielwarengeschäft", sagt Willy Fischel, Geschäftsführer beim Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS). "Der Spielwaren-Fachhandel erwartet ein galaktisches Weihnachtsfest." Als Wachstumsmotoren für das Jahr bezeichnet Fischel vor allem auch Lego und Lizenzprodukte.

Rund 600 Figuren


Laut der auf Spielzeug spezialisierten Forschungsgruppe Eurotoys haben Spielwaren, die Bezug zu angesagten Lizenzthemen haben, in diesem Jahr den größten Anteil am prozentualen Wachstum der Branche. "Star Wars" ist mit rund 50 Millionen Euro Umsatz das mit weitem Abstand größte Lizenzthema. Fast jedes fünfte Lizenzspielzeug kommt aus dem Universum, wobei Lego mit seinen Bausätzen und rund 600 verschiedenen "Star Wars"-Figuren die Wunschzettel wohl dominiert. Der dänische Klötzchen-Hersteller ist seit 1999 Lizenznehmer und hat in den vergangenen Jahren weltweit mehr als 190 Millionen der 300 verschiedenen "Star Wars"-Sets verkauft.

Auch etliche weitere Lizenznehmer bekommen ein Stückchen vom großen Merchandising-Kuchen ab. Das US-Spiele-Unternehmen Hasbro liefert die blinkenden Plastik-Lichtschwerter, auch Spielwarenhersteller wie Mattel, Simba Dickie, Kosmos und Electronic Arts mischen mit. Ravensburger kann mit Spielen und Puzzlen bei kleinen Sternenkrieger-Fans punkten. Auf den Schulhöfen wird um die Sammelkarten des Lebensmittelmarktes Rewe gefeilscht.

Mit "Star Wars" gealtert


Joachim Stempfle von Eurotoys erklärt den Erfolg der "Star Wars"-Artikel mit "Vater-Emotionen": Die Papas von heute seien mit "Star Wars" aufgewachsen, deswegen griffen sie heute trotz der relativ hohen Preise der Merchandising-Produkte schneller zu. Dazu würde passen: Das Durchschnittsalter der Käufer von "Star Wars"-Produkten bei Lego ist nach Angaben des Spielzeug-Riesen höher als das der Käufer des restlichen Sortiments. Andere "Star Wars"-Artikel wie Schmuck, Kalender, Kosmetik und Kaffeetassen richten sich auch gezielt an Erwachsene. Laut Experten ist die Produktspanne so groß wie nie.

Lucas der Gewinner


Dadurch erfasst das Phänomen auch mehr Altersgruppen als je zuvor. Der frühere Marketing-Chef von Lucasfilm, Steve Sansweet, bescheinigt den "Star Wars"-Produzenten eine "sehr clevere" Vermarktungskampagne. "Sie heizen den Leuten total ein, verraten dabei aber nicht zu viel", meint der Experte. Mega-Profiteur ist "Star Wars"-Erfinder George Lucas, der sich die Rechte an den Fortsetzungen und den Merchandising-Artikeln sicherte. Dafür verzichtete er auf sein Honorar für den ersten Streifen. Ein cleverer Schachzug, der ihm laut Schätzungen des Forbes-Magazins mehr als fünf Milliarden Dollar eingebracht hat.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.