Steuergelder für die Ära "Industrie 4.0"

Brückenschlag in die Zukunft: Zusammen mit Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD, links) und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) schaute sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim IT-Gipfel das Modell einer computergesteuerten Brücke an. Bild: dpa

Im Maschinenbau, der Elektrotechnik und in der Auto-Branche stehen viele Firmen aus Deutschland weltweit blendend dar. Damit sie nicht von der Digitalisierung überrollt werden, pocht die Bundesregierung nun auf eine rasche Vorbereitung auf die Ära "Industrie 4.0".

Die Bundesregierung hat ihre Pläne für die Förderung der Digitalwirtschaft in Deutschland konkretisiert. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) kündigte auf dem IT-Gipfel in Hamburg an, internetbasierte Dienstleistungen finanziell zu fördern. Das Wirtschaftsministerium will 50 Millionen Euro in das Projekt "Smart Service Welt" stecken. Gleichzeitig soll mit großem Aufwand die deutsche Wirtschaft auf die Herausforderungen durch die Digitalisierung der klassischen Industrie vorbereitet werden.

Mit ihrem Maßnahmenpaket reagiert die Bundesregierung unter anderem auf den Erfolg von digitalen Vorreitern wie Amazon und Google, die vor allem mit leicht bedienbaren Diensten bei ihren Kunden punkten. "Insbesondere die traditionell starken Industriezweige wie Maschinenbau, Elektrotechnik und Automobilbau sollen stärker in diesen Dialog einbezogen werden", sagte Gabriel. Bis zum Jahr 2017 werde die Bundesregierung insgesamt fast eine halbe Milliarde Euro an Fördermitteln für die Digitalwirtschaft bereitstellen. Von dem Geld sollen auch fünf Kompetenzzentren für den Mittelstand finanziert werden, die Wissen über die Chancen und Herausforderungen der "Industrie 4.0" vermitteln sollen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) versprach, die Finanzierungsbedingungen für Startups zu verbessern. Gleichzeitig forderte sie die Wirtschaft auf, selbst ein Wagnis einzugehen. Es könne sein, dass die staatliche Anreize nicht ausreichen, um das herzustellen, was man beispielsweise in den USA sehen könne.

Timotheus Höttges, Chef der Deutschen Telekom, sagte: "Die erste Halbzeit der Digitalisierung haben wir in Europa verloren." Auch er setzte sich für verstärkte Anstrengungen ein, um eine "Industrie 4.0" möglich zu machen. Mit diesem Schlagwort wird die vernetzte, digitalisierte Wertschöpfung bezeichnet.
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