Stimmung in China auf Sechs-Jahres-Tief

Die wirtschaftliche Stimmung in China ist so schlecht wie seit der globalen Finanzkrise vor sechs Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex der verarbeitenden Industrie (PMI), der die Stimmung in den Unternehmen misst, ging auf 47,1 Punkte und damit den niedrigsten Stand seit März 2009 zurück. Das berichtete das chinesische Wirtschaftsmagazin "Caixin" in einer vorläufigen Schätzung. Im Juli lag der Indikator nach endgültigen Zahlen noch bei 47,8 Punkten. Werte über der kritischen Grenze von 50 Punkten deuten auf eine Expansion hin, während darunter von einem Abschwung auszugehen ist.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln prognostizierte, das Wachstum in China werde sich voraussichtlich auf durchschnittlich nur noch fünf Prozent einpendeln. "Für Nationen wie Deutschland, die auf den Export von Investitionsgütern setzen, bedeutet das einen erheblichen Anpassungsbedarf - es sei denn, die chinesische Regierung denkt nachhaltig um", heißt es weiter.

Chinas Wirtschaft war von Januar bis Juni im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 um sieben Prozent gewachsen. Das war zwar so schnell wie von der Regierung vorgegeben, aber so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr. Experten gehen auch davon aus, dass das tatsächliche Wachstum längst unter diese offizielle Marke gerutscht ist. Probleme bereitet der chinesischen Industrie neben steigenden Lohnkosten auch die schwächelnde Weltwirtschaft, wegen der die Nachfrage aus dem Ausland nach chinesischen Waren zurückgeht. (dpa)
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