Strafzins auf Guthaben von Großkunden

Ein Plus gibt es künftig auf Guthaben einiger Kunden der Commerzbank nicht mehr. Bild: dpa

Strafzinsen für bestimmte Kunden sind für deutsche Banken kein Tabu mehr. Wer zu viel Geld bei der Commerzbank parkt, wird wohl bald zur Kasse gebeten. Privatkunden und Mittelstand sollen von der Gebühr verschont bleiben.

Als erste deutsche Großbank führt die Commerzbank Strafzinsen ein. "Bei einzelnen großen Firmenkunden mit hohen Guthaben sowie bei Großkonzernen und institutionellen Anlegern behalten wir uns vor, für hohe - aus überschüssiger Liquidität bei uns geparkte - Einlagen, eine Guthabengebühr zu berechnen", erklärte ein Sprecher des teilverstaatlichten Instituts. "Für Privat-, Geschäfts- und mittelständische Firmenkunden sind grundsätzlich keine negativen Zinsen geplant." Die genaue Höhe der Zinsen werde individuell mit betroffenen Kunden vereinbart, erklärte der Sprecher.

Die Bank begründete den Schritt mit den negativen Einlagenzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank verlangt von Finanzinstituten, die Geld bei ihr bunkern, derzeit 0,2 Prozent Zinsen - anstatt selbst einen Zins zu zahlen. Das soll Banken anhalten, überschüssiges Geld als Kredit an Unternehmen und Verbraucher zu geben und so die Konjunktur zu fördern. Noch vor zwei Wochen hatte Commerzbank-Finanzvorstand Stephan Engels noch betont, Strafzinsen für ihre Kunden seien für die Bank kein Thema. Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon hatte Negativzinsen auf Spareinlagen bei den Sparkassen ausgeschlossen. Aus dem Lager der Genossenschaftsbanken hatte BVR-Präsident Uwe Fröhlich als Sprecher der Deutschen Kreditwirtschaft klargestellt, Strafzinsen für private Sparer wolle die Branche vermeiden.
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