Strampeln nötig: Kettler meldet Insolvenz an

Treten und sich wie ein Autofahrer fühlen: Für Millionen Deutsche ist das Kettcar ein Stück Kindheitserinnerung. Nach 15 Millionen verkauften Exemplaren hat der Hersteller Kettler Insolvenz angemeldet. Archivbild: Kettler/dpa
Der Kettcar-Hersteller Kettler hat Insolvenz angemeldet. Ziel sei es, den Sport- und Freizeitartikel-Hersteller mit Hilfe eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung neu auszurichten, betonte eine Firmensprecherin. Das operative Geschäft laufe weiter. Das Familienunternehmen aus Ense (Nordrhein-Westfalen) beschäftigt allein in Deutschland rund 1100 Mitarbeiter. Das Unternehmen betonte, der Insolvenzantrag sei zum Schutz der Firma notwendig geworden, um die "unabgestimmte Übernahme durch einen Finanzinvestor zu vermeiden und das Unternehmen neu auszurichten". Das Amtsgericht Arnsberg berief den Insolvenzexperten Christoph Schulte-Kaubrügger von der Kanzlei White & Case zum vorläufigen Sachwalter.

Die Firma Kettler hatte nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland einen steilen Aufstieg erlebt. Zu den größten Erfolgen gehörte das Kettcar. Außerdem nimmt die Firma für sich in Anspruch, das weltweit erste Aluminium-Fahrrad auf den Markt gebracht zu haben. Die Angebotspalette reicht heute von Fitnessgeräten über Fahrräder und Spielfahrzeuge bis zu Freizeit- und Gartenmöbeln.
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