Streit um "Streikland"

Ingo Kramer. Bild: dpa
Die Linke hat sich empört über die Kritik von Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer an den vielen Streiks in Deutschland geäußert. Kramer scheine es nicht zu schätzen, wenn Menschen füreinander eintreten und gemeinsam für die besten Arbeits- und Lebensbedingungen einstehen, sagte Parteichef Bernd Riexinger am Mittwoch in Berlin. Der Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hatte der "Passauer Neuen Presse" zum Post-Streik und Tarifstreit bei der Bahn gesagt: "Es ist fatal, wenn die Zuverlässigkeit der deutschen Wirtschaft von unseren Kunden zukünftig schlechter bewertet wird. Deutschland wird plötzlich als Streikland wahrgenommen."

Der Arbeitskampf bei der Post wird härter. Inzwischen befänden sich 14 500 Beschäftigte des Bonner Konzerns - darunter 6500 Zusteller - im Dauerstreik, teilte Verdi mit. Die Post nannte nur eine Zahl von 11 000 Mitarbeitern. Die Auswirkungen für die Kunden hätten erneut in Grenzen gehalten werden können, erklärte die Post. Bestreikt werden derzeit bundesweit 83 Briefverteilzentren. Darüber hinaus rief Verdi vor allem Beschäftigte in der Paket- sowie in der sogenannten Verbundzustellung zu Arbeitsniederlegungen auf. Am Wochenanfang hatte Verdi unbefristete Streiks gestartet, um den Konzern in dem festgefahrenen Tarifstreit Zugeständnisse abzuringen.
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