Strittiger Pünktlichkeits-Begriff: Bahn-Vorstand erklärt Zug-Verkehr-Statistik 2013
3 787 237 Minuten Verspätung

Es klingt viel, aber ist es wirklich viel? 3 787 237 Minuten Verspätung hat die Deutsche Bahn 2013 im Fernverkehr angehäuft, das sind mehr als sieben Jahre in einem einzigen Jahr. Die Zahl förderte ein Anfrage der Linke-Fraktion im Bundestag zutage. Damit wurde fast der Rekordwert aus dem Jahr 2010 erreicht.

Damals hatte die Bahn im Dezember mit eis- und schneereichen Wintertagen zu kämpfen. Im vorigen Jahr lief es besonders schlecht, weil die Strecke Hannover-Berlin nach dem Elbe-Hochwasser fünf Monaten lang gesperrt war. "Gegen mutwillige Eingriffe in den Bahnverkehr, Personen im Gleis, extreme Witterung oder Streiks können wir nur bedingt etwas tun", fasst Bahn-Vorstand Ulrich Homburg die Gründe zusammen.

Seit einigen Jahren fehlen der Bahn gerade im Fernverkehr Züge, weil bestellte ICE später als geplant eine Zulassung erhalten und älteren Züge häufiger untersucht werden müssen.

Knapp 3,8 Millionen Minuten Verspätung im Fernverkehr und 12 Millionen im Nahverkehr stehen in Relation zu 2,2 Milliarden Bahnreisen jährlich oder mehr als 25 000 Personenzüge täglich. Aussagekräftiger sind die Angaben der Bahn zu den Verspätungen: Der Nahverkehr hält seit Jahren ein Pünktlichkeits-Niveau von mehr als 90 Prozent. Bei den Fernzügen hat die Bahn Probleme: Nur einmal kam sie in den vergangenen fünf Jahren über die 80-Prozent-Marke, Tendenz sinkend.
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