Studie über Immobilienmärkte
Günstig auf dem Land

In Großstädten und an Uni-Standorten steigen die Mieten, auf dem Land sind sie viel niedriger. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung stellte einen Bericht dazu vor. Archivbild: dpa

15 Euro in München, 4 Euro im Fichtelgebirge: In den Großstädten steigen die Mieten weiter, auf dem Land sind Wohnungen günstig. Hier wie dort schafft das große Probleme.

Berlin. Für Mieter und Wohnungskäufer zerfällt Deutschland immer mehr in zwei Welten. In Großstädten und Uni-Städten stiegen Preise und Mieten im ersten Halbjahr unvermindert weiter, wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung am Dienstag in Berlin mitteilte. In Kleinstädten abseits der Ballungsräume drohen dagegen bei andauernder Abwanderung Preisrückgänge.

Die Immobilienmärkte unterschieden sich immer mehr, sagte Direktor Harald Herrmann. "Außerhalb der Großstadtregionen kommen auf eine wachsende Gemeinde vier schrumpfende." Herrmann warnte: "Die sozialen Folgen von Schrumpfung und Preisverfall können gravierend sein." Für viele Menschen sei ein Haus oder eine Wohnung Teil der Altersvorsorge. Allerdings beobachtet das Institut, dass bundesweit der Leerstand zunimmt - nach den aktuellsten Zahlen von 2014 ist jede 20. Wohnung unbewohnt. Ursache ist der Drang in die Städte, wohin vor allem junge Leute und Zuwanderer zögen. Es sei noch zu früh, die 2015 eingeführte Mietpreisbremse für gescheitert zu erklären, sagte Herrmann.

Große Unterschiede auch beim Bauland: Häuslebauer müssten in München mit bis zu 1200 Euro je Quadratmeter bis zu 100 Mal so viel für einen Bauplatz bezahlen wie in Teilen Ostdeutschlands. Das geht aus dem Bericht "Wohnungs- und Immobilienmärkte in Deutschland 2016" hervor, den das Institut in Berlin vorstellte.
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